Vortrag und Gespräch: Christentum und Rechtsextremismus
Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass rechtsextreme Gruppen und Parteien zunehmend christliche Begriffe und Deutungen für ihre Zwecke vereinnahmen. So werden zentrale Glaubensinhalte umgedeutet: etwa, wenn Nächstenliebe völkisch interpretiert oder das „christliche Abendland“ als Abwehrfront gegen den Islam inszeniert wird. Gleichzeitig geraten die großen Kirchen unter Druck, wenn sie sich gegen solche Vereinnahmungen positionieren. Bereits 2024 hat die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) klargestellt, dass völkischer Nationalismus unvereinbar mit dem christlichen Glauben ist.
Der Theologe Dr. Frank van der Velden, Studienleiter für interreligiöse Bildung, wird an diesem Abend die Grenzen ausloten: Wo ist der Bezug auf das Christliche in der Politik sinnvoll, und wo beginnt seine Instrumentalisierung? Anhand aktueller Beispiele zeigt er auf, wie religiöse Sprache politisch genutzt und mitunter verzerrt wird und welche Konsequenzen das für Kirche und Gesellschaft hat.
Die Veranstaltung greift die Inhalte des Bischofswortes auf, beleuchtet Formen dieser „Begriffspiraterie“ und lädt zur gemeinsamen Auseinandersetzung ein. Ziel ist es, Christinnen und Christen zu sensibilisieren und zu stärken, damit sie in gesellschaftlichen Debatten differenziert Stellung beziehen können. Die Veranstaltung möchte Orientierung geben und dazu beitragen, die eigene Haltung klar zu schärfen.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.
Veranstalterin ist die katholische Pfarrei St. Peter und Paul, in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung Limburg und Wetzlar, Lahn-Dill-Eder (KEB), pax christi und dem Bürgerforum Bad Camberg.