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Limburg, 01.06.2026

Menschen begleiten, Sakramente spenden

Menschen begleiten, Hoffnung zusprechen, Sakramente spenden: Drei Männer sagen am Samstag, 13. Juni 2026, im Limburger Dom “Ja” und werden von Bischof Georg Bätzing zu Diakonen geweiht.

Sascha Schulz aus Flörsheim und Markus Schuhmacher aus dem Westerwald werden Ständige Diakone im Zivilberuf. Lukas Kämpflein aus Wirges wird Diakon und später Priester.

Lukas Kämpflein wurde in Dernbach im Westerwald geboren und wuchs in Wirges auf. „Ich habe mit 15 oder 16 Jahren angefangen, intensiver über den Glauben nachzudenken“, erzählt er. Nach seinem Abitur im Jahr 2019 begann er mit der Priesterausbildung mit einem Sprachen- und Orientierungsjahr in Trier. Daraufhin trat er im Oktober 2020 ins Priesterseminar in Sankt Georgen in Frankfurt ein und studierte bis Juli 2025 Theologie. Seit September 2025 ist er Diakonatspraktikant in der Pfarrei St. Bonifatius in Wiesbaden. „Das Tolle an der Priesterausbildung ist ja auch, dass es ein bewusst langer Weg ist“, erklärt er. So sei man beim Abschluss der Ausbildung in der Lage, eine tragfähige Entscheidung fürs Leben zu treffen. „Ich finde faszinierend am Dienst des Diakons und später dann am Dienst des Priesters, dass man Menschen in einem ganz großen Spektrum begleiten kann. Es gibt ganz viele Anknüpfungsmöglichkeiten, wo man mit Menschen in Kontakt kommen kann und den Menschen etwas von Christus und der Freude des Evangeliums sagen kann“, sagt Kämpflein. Er möchte weitergeben, dass der Glaube etwas ist, was dem Leben Sinn geben und Freude bringen kann.

Markus Schuhmacher aus dem Westerwald wurde vor allem von anderen Menschen darauf angesprochen, ob er nicht Diakon werden wolle. „Und ich war ein wenig wie Jona und bin immer ein bisschen ausgewichen und weggelaufen. Bis ich dann letztlich gedacht habe: Es ist sinnvoll, die Berufung ernsthaft zu prüfen.“ Und dafür sei er dankbar, sagt er. Schuhmacher wurde in Haiger geboren und absolvierte nach seinem Schulabschluss eine Ausbildung zum Forstwirt. Daraufhin war er im hessischen Forstamt in Haiger tätig. Es folgte das Studium der Katholischen Theologie in Sankt Georgen und die pastoralpraktische Ausbildung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Im Jahr 2018 wechselte er als Pastoralreferent ins Bistum Limburg, in die Pfarrei St. Franziskus im Hohen Westerwald. Seine entscheidende Motivation für den Dienst als Diakon ist die sakramentale Bestärkung seines Dienstes. Er freut sich darauf, Sakramente wie die Taufe zu spenden. Als Herausforderung sieht Schuhmacher, wie er Familie, Beruf und Berufung unter einen Hut bekommt. „Ich bin jetzt seit zehn Jahren in der Pastoral und habe als Laientheologe schon gemerkt, dass es mitunter anstrengend und sehr schwierig ist. Und ich glaube, es liegt in der Natur des kirchlichen Gefüges, dass an einen Diakon dann nochmal andere Erwartungen gestellt werden, befürchte ich“, sagt er. „Und da sehe ich tatsächlich eine große Herausforderung, wie das in einem gesunden Maße dann auf gute Wege gebracht werden kann.“ Für die Zukunft der Kirche wünscht sich Schuhmacher eine Kirche der Einheit und nicht der Straßenkämpfe.

Als Lehrer Orientierung geben

Sascha Schulz wurde in Limburg geboren und wuchs in Niederhadamar auf. Er studierte Latein, katholische Theologie, Philosophie und Hispanistik in Mainz und Hispanistik und Latein in Salamanca, Spanien. Er ist Lehrer für Latein und Religion an der Graf-Stauffenberg-Schule in Flörsheim und wohnt in Wiesbaden. In seinem Dienst als Diakon möchte er seine Schülerinnen und Schülern zu einem selbstbestimmten Leben ermutigen. „Ich habe eine Message und das ist für mich ‚Befreiung und Freude‘. Das bedeutet der Glaube für mich“, sagt er. „Wenn ich jetzt an Kirche denke, habe ich in meinem Leben immer wieder wichtige Wegbegleiter gehabt. Das waren immer Menschen, die irgendwas in meinem Leben bewegt oder verändert haben.“ Da liege viel Gutes darin und es sei ein Segen, erzählt er. Er wird Diakon im Zivilberuf, arbeitet also weiterhin als Lehrer an der Schule. „Vielen Jugendlichen fehlt ein Ziel oder eine Orientierung, Freude, Mut. Da möchte ich unterstützen“, sagt Schulz. Besonders freut er sich darauf, zu taufen oder bei Trauungen zu assistieren.

Felicia Schuld

Chefin vom Dienst, Redakteurin Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Hintergrund Ständiger Diakonat und Priesterweihe

Das Amt des Ständigen Diakons wurde auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) wiederbelebt und in den nachfolgenden Jahren in einigen Ortskirchen, unter anderem auch in Deutschland, eingeführt. Verheiratete Männer können ab dem 35. und zölibatär lebende Männer ab dem 25. Lebensjahr zu Ständigen Diakonen geweiht werden. Im Bistum Limburg gibt es Ständige Diakone, die in ihrem Zivilberuf (etwa als Lehrer, Arzt oder Sozialarbeiter) tätig sind. Es gibt auch Ständige Diakone, die hauptamtlich im pastoralen Dienst in der Seelsorge wirken. Zurzeit befinden sich acht Männer in der Ausbildung zum Ständigen Diakon. Die Ausbildungszeit nach dem Abschluss theologischer Studien beträgt rund drei Jahre.

In der Vorbereitung auf das Priesteramt befinden sich zurzeit insgesamt sechs junge Männer. Nach den theologischen Studien schließt sich für Priesterkandidaten eine zweijährige Ausbildungszeit im Priesterseminar und in Pfarreien des Bistums an. Ein Jahr nach der Diakonenweihe werden Priesterkandidaten in der Regel zum Priester geweiht.

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