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Limburg, 28.08.2026

UKO-Limburg legt Jahresbericht vor

Gespräche mit Betroffenen und Aufarbeitung einzelner Fälle, Stellungnahmen zur Interventionsordnung des Bistums Limburg und der Deutschen Bischofskonferenz, Aufarbeitung in Ordensgemeinschaften und katholischen Schulen im Bistum – das sind einige der Themen, mit denen sich die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexueller Gewalt im Bistum Limburg (UKO Limburg) im vergangenen Jahr befasst hat.

Nun legt sie ihren Jahresbericht für den Zeitraum 01. Februar 2025 bis 30. April 2026 vor. Nach einem längeren Berufungs- und Findungsprozess konnte die neu zusammengesetzte Kommission ihre Arbeit erst im Mai 2025 voll umfänglich aufnehmen: Dr. Christine Raupp wurde zur Vorsitzenden und Pia Arnold-Rammé zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, Arbeitsgruppen wurden gegründet und bei einem gemeinsamen Klausurtag Schwerpunkte für die kommende Zeit gesetzt.

Ein wichtiger Schwerpunkt war und ist die Aufarbeitung einzelner Fälle, in denen sich Betroffene oder Zeitzeuginnen und Zeitzeugen an die UKO Limburg wenden. Neben dem Ziel, diesen Menschen Gehör zu verschaffen, geht es bei der Aufarbeitung der Mitteilungen auch darum, wiederkehrende Muster und institutionelle Zusammenhänge sichtbar zu machen. So sollen Erkenntnisse über Strukturen, Verhaltensweisen und Dynamiken gewonnen werden, die die Aufdeckung sexueller Gewalt erschwert, Täter und Täterinnen geschützt und Betroffene nicht angemessen unterstützt haben. Die UKO Limburg möchte Betroffene aus dem Bistum Limburg ermutigen, sich zu melden und in einem geschützten Rahmen darüber zu sprechen, was ihnen widerfahren ist. Ebenso werden Zeitzeuginnen und -zeugen aufgerufen, der UKO mitzuteilen, was sie beobachtet und erlebt haben.

Aus den gewonnenen Erkenntnissen sollen Empfehlungen entwickelt werden, wie ein besserer Umgang mit dem Thema, mit den Betroffenen, den Tätern, aber auch mit den von Übergriffen betroffenen Gemeinden entwickelt werden kann. Ein wichtiges Anliegen ist der Kommission hier die Durchführung von sogenannten „Erzählräumen“ in den Pfarreien des Bistums. Diese Veranstaltungen öffnen den Raum, um über Missbrauch sprechen zu können und Muster zu erkennen. Sie dienen nicht nur der Aufarbeitung, sie sind auch ein Teil von Präventionsarbeit.

Die Kommission hat sich im Berichtszeitraum zudem intensiv mit den Interventionsordnungen des Bistums Limburg und der Deutschen Bischofskonferenz auseinandergesetzt, also mit den Vorgaben, wie in Fällen von bekannt gewordener sexueller Gewalt im Verantwortungsbereich des Bistums bzw. der katholischen Kirche umgegangen werden soll. Die UKO sieht hier eklatante strukturelle Schwächen für einen gelingenden Kinderschutz bei akuter Kindeswohlgefährdung und für eine adäquate Aufarbeitung von zeitlich zurückliegenden Fällen.

Darüber hinaus hat die UKO auch zu verschiedenen anderen Vorgängen und Themen Stellung genommen. Im Bistum Limburg waren in den vergangenen Jahren in einem umfangreichen Prozess bereits zahlreiche Maßnahmen erarbeitet worden. Nun ging es häufig um die Frage, ob die Maßnahmen umgesetzt und mit Leben gefüllt sind, also ein Haltungswandel wirklich gelungen ist, und wo es weiterer Verbesserungen und Entwicklungen bedarf. Aktuelle Fälle, z.B. von möglichem spirituellem Missbrauch, zeigen, wie schwierig offensichtlich die Umsetzung der vom Bistum selbst beschlossenen Regelungen ist. Die Kommission wird versuchen, darüber mit dem Bistum im Austausch zu bleiben und ihrerseits Vorschläge für Nachhaltigkeit in diesen Fragen erarbeiten.

Jahresbericht

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  • Jahresbericht der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexueller Gewalt im Bistum Limburg
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