Wiesbaden/ Limburg, 22.08.2026
Drei Kitas für starke Kinderrechte ausgezeichnet
Drei katholische Kindertageseinrichtungen (Kita) aus dem Bistum Limburg sind am Freitag, 21. August 2026, im Thalhaus Theater in Wiesbaden mit dem KTK Bistum Limburg Kita-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Der Preis wird von der KTK-Diözesan-AG Limburg des Verbands Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) vergeben und würdigt Einrichtungen, die Kinderrechte im pädagogischen Alltag konsequent umsetzen. Den ersten Platz erhielt die Kita Liebfrauen in Frankfurt, Platz zwei ging an die Kita Sonnenau in Steinefrenz im Westerwald und Platz drei an die Kita St. Martin in Bad Ems.
Die drei Einrichtungen zeigen beispielhaft, wie Kinder im Kita-Alltag ernst genommen, an Entscheidungen beteiligt und in ihrer Entwicklung gestärkt werden können. Im Mittelpunkt stehen Praxisansätze, die Kindern echte Mitbestimmung ermöglichen, Vielfalt berücksichtigen und verlässliche Bildungs- und Erfahrungsräume schaffen.
Beworben hatten sich katholische Kitas aus dem gesamten Bistum Limburg. Die eingereichten Konzepte und Praxisbeispiele wurden von einer Fachjury bewertet. Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem die Beteiligung der Kinder im Alltag, die Stärkung ihrer Rechte sowie die Frage, wie Partizipation nachhaltig in der pädagogischen Arbeit verankert ist.
Kinderrechte als Grundlage guter Kita-Qualität
Die Schirmherrschaft für den Kita-Preis übernahmen die hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, Heike Hofmann, und die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Ute Eiling-Hütig. Bildungsstaatssekretärin Jennifer Groß nahm in Vertretung der Ministerin an der Preisverleihung teil.
Für die KTK im Bistum Limburg hob Kita-Preis-Projektleiterin Petra Broo vom Caritasverband für die Diözese Limburg e.V. hervor, dass die Preisverleihung ein Thema sichtbar mache, das weit über die einzelne Einrichtung hinausreiche: „In Kitas erfahren Kinder früh, dass ihre Stimme zählt, dass Beteiligung Gemeinschaft stärkt und dass gelebte Verantwortung ein wichtiger Bestandteil demokratischer Bildung ist.“
Die hessische Ministerin Heike Hofmann unterstrich, dass Kinderrechte ein wesentlicher Bestandteil guter pädagogischer Qualität seien: „Die ausgezeichneten Einrichtungen machen deutlich, dass Kinderrechte nicht zusätzlich gelebt werden, sondern den Kern guter pädagogischer Qualität bilden.“ Beteiligung, Schutz und Demokratiebildung benötigten Zeit, gut und vielfältig qualifizierte Fachkräfte sowie verlässliche Strukturen, so Hofmann.
Auch die rheinland-pfälzische Bildungsstaatssekretärin Jennifer Groß gratulierte den drei ausgezeichneten Kitas: „Ich freue mich, dass unter den drei prämierten Kitas gleich zwei sind, die aus dem rheinland-pfälzischen Teil des Bistums Limburg kommen.“ Die Einrichtungen zeigten, dass kontinuierliche Beteiligung der Kinder besonders dort wirksam sei, wo Mitarbeitende, Träger und Politik gemeinsam Verantwortung übernähmen. Als Landesregierung habe man sich zum Ziel gesetzt, „früh zu fördern und verbindliche Grundlagen zu schaffen“.
Beteiligung muss im Alltag ankommen
Auch die Mitglieder der Fachjury hoben die Bedeutung einer konsequenten Orientierung an den Kinderrechten hervor. Prof. Dr. Jörg Maywald von der Fachhochschule Potsdam sagte: „Gute Qualität in Kitas muss sich daran messen lassen, inwieweit es gelingt, die Rechte jedes Kindes auf Schutz, Förderung und Beteiligung zu verwirklichen.“ Die in der UN-Kinderrechtskonvention enthaltenen Rechte seien „der Fixstern einer kindgerechten Pädagogik“.
Miriam Zeleke, Hessische Landesbeauftragte für Beteiligung und Förderung von Kindern und Jugendlichen, betonte: „Kinderrechte beginnen damit, Kinder als eigene Persönlichkeiten ernst zu nehmen.“ Die ausgezeichneten Kitas zeigten, wie Beteiligung im Alltag gelingen könne, „wenn Kinder mitreden, mitgestalten und erleben, dass ihre Perspektive zählt und sie ihren Raum aktiv nutzen können.“
Die fachlichen Impulse und der Austausch bei der Preisverleihung machten zugleich deutlich: Damit Kinderbeteiligung dauerhaft gelingt, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, Qualitätssicherung und Strukturen, die Partizipation im Kita-Alltag unterstützen.
Hintergrund
Der KTK Bistum Limburg Kita-Preis ist eine Initiative der KTK-Diözesan-AG Limburg, einem Fachverband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) im Caritasverband für die Diözese Limburg e.V.. Der Preis macht gute pädagogische Arbeit sichtbar, stärkt den fachlichen Austausch zwischen Trägern und Einrichtungen und gibt Impulse für die Weiterentwicklung katholischer Kita-Praxis. Er wurde 2024 erstmals vergeben.
Weitere Informationen zum Preis: https://www.dicv-limburg.de/kita-preis