Suchwort eingeben

Wiesbaden, 27.05.2026

Vorleben, wie menschenwürdige Gesellschaft gestaltet werden kann

Es sei in besonderer Weise „Auftrag der Kirche, glaubwürdig vorzuleben, wie eine menschenwürdige Gesellschaft gestaltet werden kann“. Das sagte der Fuldaer Bischof Michael Gerber am Dienstagabend, 26. Mai, beim Thomas Morus-Empfang des Kommissariats der Katholischen Bischöfe im Lande Hessen. Diese Gemeinwohlorientierung könne durch die Religionen in der Gesellschaft stark gemacht werden. Ein wichtiger Beitrag der Kirchen für die Gesellschaft sei außerdem die Stärkung des Ehrenamtes.

Gerber äußerte sich im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema „Staat und Kirche – Partner in schwierigen Zeiten“. Der alle zwei Jahre stattfindende Thomas Morus-Empfang des Kommissariats der Katholischen Bischöfe im Landes Hessen wurde im Hotel Oranien in Wiesbaden ausgerichtet.

Bereiche der persönlichen Begegnung stärken

Die Präsidentin des Hessischen Landtages, Astrid Wallmann, sprach sich dafür aus, „noch mehr diejenigen Lebensbereiche zu stärken, wo sich Menschen persönlich begegnen und nicht nur im digitalen Raum. Dazu gehören Sportvereine, aber natürlich auch die Kirchen“, sagte Wallmann: „Die persönliche Begegnung ist wichtig für unsere Gesellschaft.“ Es sei ein Verlust für die Demokratie, wenn es in der sich verändernden Debattenkultur nicht mehr gelänge, „einander zuzuhören und sich vielleicht doch von den Argumenten anderer überzeugen zu lassen“, sagte Wallmann. Die Landtagspräsidentin bezeichnete es als „ein ganz großes Geschenk, dass wir in diesem Jahr den 80. Jahrestag der Landesverfassung in Hessen feiern können“.

Recht sichern, Räume des Dialogs öffnen

Staatsminister Armin Schwarz, Hessischer Minister für Kultus, Bildung und Chancen, würdigte in seinem Grußwort die gute Zusammenarbeit von Staat und Kirche in Hessen. „Ich wünsche mir weiterhin einen konstruktiven Dialog und ein partnerschaftliches Miteinander in der Zusammenarbeit“, sagte Schwarz. Der Bischof von Limburg, Georg Bätzing, dankte in seinem Grußwort der Politik im Land Hessen „für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, die wir sehr zu schätzen wissen“. Es komme darauf an, in der Gesellschaft, „die Stärke des Rechts zu sichern und Räume des Dialogs zu öffnen“, um eine lebenswerte Zukunft für alle Menschen zu gestalten, sagte Bätzing.

Der Leiter des Kommissariates der Katholischen Bischöfe im Lande Hessen, Domkapitular Prof. Dr. Tonke Dennebaum, hatte die rund 200 Gäste des Empfangs begrüßt. Dennebaum übernahm auch die Moderation der Podiumsdiskussion mit Wallmann und Gerber. Musikalisch gestaltet wurde der Abend vom Kammerchor der Mädchenkantorei am Limburger Dom unter Leitung von Domchordirektorin Judith Kunz und Leo Schuler sowie dem Lioba-Q4-Trio der Sankt Lioba-Schule in Bad Nauheim mit Noah Jüngel (Klavier), Tobias Reuter (Posaune) und Linus Ernst (Cello).

Tobias Udave

Chef vom Dienst

St. Thomas Morus-Empfang

Der St. Thomas Morus-Empfang des Kommissariates der Katholischen Bischöfe im Lande Hessen findet in einem zweijährigen Rhythmus statt. Er ist ein Forum für die Begegnung von Kirche, Politik und gesellschaftlich Verantwortlichen.

Namensgeber ist Thomas Morus (Thomas More), geboren wahrscheinlich am 6. Februar 1478 in London, gestorben 6. Juli 1535. Er war Jurist, Parlamentarier, Schriftsteller und Lordkanzler.

Nach einem Konflikt mit König Heinrich VIII. in Zusammenhang mit dessen Ehescheidung sowie den daraus folgenden staatlichen und kirchlichen Entwicklungen wurde er wegen Hochverrats zum Tode verurteilt und enthauptet.

Thomas Morus wurde 1935 heiliggesprochen und 2000 von Papst Johannes Paul II. zum Patron der Regierenden und Politiker erhoben. Gedenktag ist der 22. Juni.

"Nie hätte ich daran gedacht, einer Sache zuzustimmen, die gegen mein Gewissen wäre." (Thomas Morus)

Zum Anfang der Seite springen