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Limburg, 24.05.2026

Vom Größten und Kleinsten

Gottes Heiliger Geist hat das Größte und Kleinste geschaffen, belebt, trägt und verbindet es – davon hat Bischof Georg Bätzing am Sonntag, 24. Mai 2026, gesprochen. Der Bischof predigte an Pfingsten im Hohen Dom zu Limburg.

„Das Größte und das Kleinste; alles, was uns umgibt, und unser tiefstes inneres Sehnen sind seine Welt. Nichts davon existiert, atmet, denkt, fühlt und empfindet, ohne dass Gottes Geist es will“, sagte Bätzing. „Aber wir dürfen uns diese belebende und alles erhaltende Kraft nicht wie ein kaltes Betriebssystem vorstellen, das – von außen programmiert – alles ein für alle Mal ordnet und am Laufen hält.“ Hinter allem und im Innersten wehe ein lebendiger Hauch, schlage ein pochendes Herz, sehne sich eine glühende Liebe nach den Menschen.

Der Heilige Geist schenkt Gaben

Der Heilige Geist sei weder ein Wind oder Sturm noch der Atem im Körper der Menschen. „Er ist Leidenschaft, Glut des Erbarmens, pochendes Herzblut, Sturm und Feuer“, sagte der Bischof. Er sei der Geist Jesu Christi, der weiterführe, was Jesus am Herzen lag und wofür er am Ende sein Leben gegeben habe. „Was anderen nützt, das schenkt er dir und mir als Begabung; was Menschen und Völker verbindet, das stärkt er über Disput und Konflikte hinweg; was Frieden und Versöhnung beflügelt, das fördert er und gibt die Kraft, zu vergeben und zu vergessen, die Kraft, immer neu zu beginnen.“ Der Geist des Herrn bewirke, dass die Menschen nicht aufhörten, sich der Herausforderungen der Zeit zu stellen und Worte der Ermutigung und des Protests zu finden. Statt Hate Speech zu nutzen, wählten die Menschen eine Sprache, die andere verstehen können. „Er erschafft das Größte und trägt das Kleinste“, sagte Bätzing.

Miteinander ins Handeln kommen

Ein Jahr nach seiner Wahl veröffentlicht Papst Leo XIV. am Pfingstmontag seine erste Enzyklika. Darin wird es um die Herausforderungen im Umfeld der Künstlichen Intelligenz gehen. Darüber nachzudenken und dazu zu forschen sei gut und wertvoll, jedoch werde die Theorie allein nicht viel bewegen. „Wir müssen miteinander ins Handeln kommen“, betonte Bätzing. Dazu sei es nötig, dass die Herzen der Menschen berührt würden. Bätzing nahm Bezug auf eine Notiz zur vergangenen Mondmission der NASA, die ihn bewegt habe. Laut Narichtenberichten habe der Kommandant der Artemis II, Reid Wiseman, nach glücklicher Landung als erstes um ein Gespräch mit einem christlichen Seelsorger gebeten und sei beim Anblick eines Kreuzes in Tränen ausgebrochen. Der Pilot der Mission erinnerte aus der Raumkapsel daran, dass eines der wichtigsten Geheimnisse der Erde die Liebe sei.

Das menschliche Herz und das Universum – geschaffen vom Heiligen Geist

„Das Größte und das Kleinste: Gottes Heiliger Geist hat beides geschaffen, er belebt und trägt und verbindet es. Das kleine menschliche Herz und das unermessliche Universum, das Staubkorn Erde und den Menschen – aus Leib und Seele, Körper und Geist zu einem lebendigen Wesen zusammengefügt“, sagte Bätzing. „Ich, der hier steht und spricht, denkt und empfindet, ich bin ganz eigen, besonders und doch wie jeder andere Mensch. In gewissem Sinn bin ich jeder einzelne und die ganze Menschheit. Das zu ergründen und in seiner Konsequenz immer tiefer erfassen zu können, das bewirkt der Geist des Herrn in uns.“

Felicia Schuld

Chefin vom Dienst, Redakteurin Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Die Predigt im Wortlaut

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