Limburg, 13.05.2026
Mit Herz für Bücher und Menschen
Deshalb hat das Bistum Limburg dieser unverzichtbaren Hilfe am Freitag, 8. Mai 2026, mit einer eigenen Veranstaltung gedankt. Beim diesjährigen „Dankeschön”-Treffen der Fachstelle für Büchereiarbeit im Limburger Priesterseminar waren knapp 150 Ehrenamtliche zu Gast. Neben Kaffee und Kuchen, sowie einem abschließenden Abendessen, waren eine Buchvorstellung des Mutter-Tochter-Romans „Niemands Töchter” durch die Autorin Judith Hoersch und ein Diskussionsforum zur Büchereiarbeit Teil des Programms. An der Veranstaltung teilgenommen hat auch die Ehrenamtliche Anja Roos.
Leidenschaft für das Lesen wecken – schon im jungen Alter
Anja Roos gehört zu den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der katholischen Büchereiarbeit im Bistum Limburg. Sie ist Teil des KÖB-Teams in Holler und koordiniert dort nicht nur den Büchereialltag, sondern gestaltet deren Angebote auch inhaltlich aktiv mit.
Für sie ist die Bücherei ein Treffpunkt, an dem Menschen ins Gespräch kommen und neue Impulse für ihr tägliches Leben erhalten. Ihre Leidenschaft für Bücher begann bereits früh: „Ich habe schon als Kind gerne und viel gelesen. Damals war ich in der gleichen Bücherei, in der ich jetzt arbeite, Stammleserin. Ich habe auch meinen kleinen Bruder immer mitgeschleppt“, erinnert sich Roos lachend. „Von daher ist es nicht sehr ungewöhnlich, dass ich hier gelandet bin“.
Diese Leidenschaft möchte Roos heute weitergeben: „Wir haben gerade mit jungen Leserinnen und Lesern viel Kontakt. Die Bücherei veranstaltet unheimlich viele Aktionen für Kinder, aber auch für Erwachsene.“ Die Begeisterung für das Lesen mit anderen zu teilen, bereitet ihr die größte Freude an ihrem Ehrenamt: „Dieses Miteinander, das in der Bücherei entsteht, macht wirklich sehr großen Spaß.“
Die Nachfrage wächst
Der aktuelle Jahresbericht der KÖB belegt eine steigende Nachfrage von 12,4 Prozent nach den Angeboten der katholischen Büchereien. Dies spiegle sich laut Roos auch in den Benutzerzahlen wider: „Wir haben einen sehr großen Zuspruch in unseren Regionen, der in den vergangenen Jahren noch einmal stark gestiegen ist. Gerade Familien mit jungen Kindern besuchen uns häufig.“ Auch die Ausleihstatistik ihrer Bücherei belegt laut Roos eine enorme Nachfrage nach dem Angebot: „Wir haben regelmäßig eine Ausleihtaktung von einem Medium pro Minute, manchmal sogar mehr“, schildert sie sichtlich stolz.
Ein Team, das trägt
Einer der wichtigsten Aspekte ihrer Arbeit sind für Roos die anderen Ehrenamtlichen: „Wir haben ein ganz großartiges Team! Gerade deshalb macht die Arbeit so viel Spaß“, erläutert Roos. „Jeder kann das tun, was seinen persönlichen Stärken entspricht und dadurch ergänzen wir uns sehr gut.“ Es gäbe sogar Nutzerinnen und Nutzer, die sich bewusst an einzelne Ehrenamtliche wendeten, weil sie ähnliche Leseinteressen hätten. Dadurch sei eine besonders gezielte Beratung möglich. „Das trägt ebenfalls zum Miteinander in der Bücherei bei. Man kann sich auch ein Stück weit entfalten.“ Diese Kombination aus einem gemeinsamen Interesse und dem Austausch darüber mache das Bücherei-Ehrenamt zu einer ganz besonderen Erfahrung.
Trotz aller Freude auch Herausforderungen
Bei all den positiven Erfahrungen, die Roos in ihrem Ehrenamt gemacht hat, begegnen ihr in ihrer Arbeit auch regelmäßig Herausforderungen, etwa beim Thema Finanzen. „Das Finanzielle ist definitiv eine der größten Herausforderungen in der Büchereiarbeit“, schildert Roos. Die Preise für die Medien seien in den letzten Jahren enorm gestiegen. „Unser Etat ist leider nicht genauso gestiegen“, sagt sie nachdenklich. „Wir müssen sehr stark haushalten, damit wir für die Leserinnen und Leser attraktiv bleiben. Attraktiv bleibt man, wenn man aktuelle Medien hat.“ Derzeit bestelle die Bücherei einmal im Monat neue Titel. Das sei aber nur durch effektives Wirtschaften und spendenbasierte Veranstaltungen möglich.
Angesichts der zunehmenden Aufgabe von Bistumsimmobilien kommt für Roos die Sorge hinzu, dass das Pfarrhaus, in dem sich ihre Bücherei befindet, ebenfalls in der Zukunft verkauft werden könnte: „Diese Sorge bleibt immer im Hinterkopf.“ Auch im Team werde über diese Möglichkeit gesprochen: „Was machen wir, wenn unser Pfarrhaus mit unserer Bücherei veräußert würde? Wo könnten wir dann hin?“ Eine Bücherei sei nun mal an eine Räumlichkeit gekoppelt: „Ohne Räume, keine Bücherei.“
Mit Zuversicht in die Zukunft
Trotz der Sorge um die zukünftige Finanzierung der katholischen Büchereiangebote, blickt Anja Roos optimistisch in die Zukunft ihres Ehrenamts: „Unser Angebot wird sehr gut angenommen und deshalb blicke ich zufrieden auf die Zukunft unserer Bücherei.“ Sie sei nicht nur ein Ort der Begegnung, sondern trage auch zur Bildung bei: „Wir sind sehr stark engagiert im Bereich Leseförderung. Gleichzeitig sind wir ein wichtiger sozialer Treffpunkt.“ Verschiedene Altersgruppen kämen hier bewusst ins Gespräch. „Das macht die Katholischen Öffentlichen Büchereien zu unverzichtbaren Begegnungsorten in ihren Gemeinden!“ Die aktuellen Kirchenzahlen legten nahe, dass die Kirche als Ganzes immer weniger als ein solcher Ort der Begegnung wahrgenommen werde. „Unsere Bücherei wird das auf jeden Fall.“