Limburg
Mit Mut und Liebe Gefahren bestehen
Das Fest ist dem heiligen Georg gewidmet, dem Patron des Bistums Limburg und des Limburger Doms sowie der katholischen Pfadfinderinnen und Pfadfinder, die zahlreich im Dom erschienen waren. In der Kunst wird Georg meist als Drachentöter dargestellt. Dass Drachen reine Fabelwesen sind, ist den meisten geläufig – doch woher rührt die Kraft dieser oftmals angsteinflößenden Bilder?
Der Drache als Symbol der Urgewalten
„Darin stecken urtümliche Erinnerungen an die Feindseligkeit der Natur mit ihren Urgewalten“, führte der Bischof aus. Der Mensch habe jahrtausendelang versucht, die Natur durch Kultur zu bändigen. Mit Blick auf die heutige Ausbeutung der Umwelt gerate dieses Gefüge jedoch aus dem Gleichgewicht. „Betrachtet man die Katastrophen der vergangenen Jahre (...), könnte man meinen, die Drachen kehren zurück. Diesmal aber haben wir Menschen sie offensichtlich aus dem Schlaf geweckt“, gab Bätzing zu bedenken.
Die Gefahr lauert jedoch nicht nur außen, sondern auch innen. Der Bischof verwies auf die Tiefenpsychologie nach C. G. Jung, die den Drachen als Symbol für Hindernisse auf dem Weg zum „Selbst“ beschreibt – als einen Schatten, der den Weg blockiert und überwunden werden muss.
Eine Frage des Umgangs
Wie also begegnet man diesen Drachen? Bätzing stellte infrage, ob es der richtige Weg sei, dem Gegner „einfach den Kopf abzuschlagen“, wie es der Umgang des amerikanischen Präsidenten mit erklärten Gegnern nahelege. Stattdessen verwies er auf ein Detail der „Legenda aurea“: Hier wird der Drache im Zusammenspiel zwischen Georg und einer jungen Frau bezwungen. Erst nachdem Georg das Tier zu Boden geworfen hatte, konnte die Frau es durch das Anlegen eines Gürtels zähmen.
Der Bischof deutete diese Szene als wegweisend für die Gegenwart: „Mut und Liebe: Im Zusammenspiel dieser beiden christlichen Tugenden kann man viele Gefahren des Lebens bestehen. Für den Mut steht Georg – aber bezähmen ließ sich der Drache durch den Gürtel des Mädchens.“