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Limburg, 05.04.2026

„Heute schon gelacht?“

Christlicher Glaube zeigt sich in einer Haltung, die Hoffnung schenkt und die man sehen kann. „Österliche Menschen erkennt man an ihrer Heiterkeit“, sagte Bischof Georg Bätzing in seiner Predigt am Ostersonntag, 5. April 2026, im Hohen Dom zu Limburg.

Für den Bischof von Limburg hat diese Heiterkeit jedoch nichts mit oberflächlicher Fröhlichkeit zu tun. „Heiterkeit ist kein oberflächlicher Spaß; schon gar nicht auf Kosten anderer“, betonte er. Vielmehr habe sie etwas sehr Tröstliches, gerade wenn sie in Verbindung mit dem Ernst des Lebens stehe. Darin liege genau ihre Kraft. Heiter genommen werde der Ernst des Lebens erst genießbar.

Von der vereinnahmenden Kraft des Faktischen

Bätzing blickte in seiner Osterpredigt auf die aktuellen Kriege, Gewalt und persönliche Belastungen. Viele Menschen ließe dieses Leid erschöpft zurück. Und doch widerspreche Ostern genau dieser Erfahrung. „Es ist doch gerade dieses Fest, mit dem sich gläubige Menschen innerlich wappnen gegen die vereinnahmende Kraft des Faktischen“, sagte der Bischof. Die Welt sei bislang nicht untergegangen und deshalb dürften Christen hoffen. „Wir dürfen auf Zukunft hoffen, auf Frieden und Gerechtigkeit“, betonte Bätzing. Diese Hoffnung sei nicht naiv, sondern zutiefst verantwortungsvoll.

Heiterkeit als geistliche Haltung und Tugend

Heiterkeit, erklärte der Bischof, habe eine zutiefst geistliche Dimension. Sie sei mehr als ein Gefühl. Sie sei eine Haltung, die Menschen verändere. Wer sich heiter halte, der sorge nicht bloß für sein Glück, sondern übe eine Tugend. Heiterkeit mache den Menschen offen für das Gute und bereit, Verantwortung zu übernehmen. Sie ermögliche einen anderen Blick auf die Wirklichkeit. „Man leugnet ja nicht das Traurige, Finstere, manchmal Tragische der Wirklichkeit“, sagte Bätzing mit Blick auf die Kunst. „Aber man macht es auf eine ganz eigene Art und Weise zugänglich.“ So werde das Leben nicht verdrängt, sondern durchheitert.

Ostern verändert den Blick

Glaube sei immer auch ein Prozess. Die Jünger liefen, suchten, sahen – und verstanden zunächst wenig. „Sie laufen und finden, sie sehen und glauben – und begreifen überhaupt nichts“, sagte Bätzing. Erst die persönliche Begegnung mit dem Auferstandenen öffne die Augen. „Ein einziges Wort löst die Blindheit – und die Entdeckung verändert alles: Ostern geschieht“, betonte Bätzing. Selbst die engsten Weggefährten Jesu seien gefangen in ihren Erwartungen. „Das ewige ‚Ichichich‘ – wie oft hält es uns in Überzeugungen gefangen, die nicht besonders weit führen“, so der Bischof. Gerade Krisen und Irritationen könnten deshalb zum Ort echter Erkenntnis werden.

Aufbruch in ein neues Leben

Der Limburger Bischof rief dazu auf, die „Altlasten des Alltags“ hinter sich zu lassen. Christen seien eingeladen, sich nicht vom kleinen, müden und erschöpften Selbst bestimmen zu lassen, sondern neu zu beginnen. Ostern sei deshalb kein bloßes Erinnerungsfest, sondern eine Einladung zur Veränderung. Es gehe darum, sich neu auszurichten – im eigenen Leben wie im Miteinander.

Stephan Schnelle

Pressesprecher

Osterpredigt 2026

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