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Bad Homburg v. d. Höhe, 09.04.2026

Ein bisschen Jerusalem im Taunus

Die Stadt Jerusalem ist im Leben Jesu von entscheidender Bedeutung. Die Passionsgeschichte erzählt wie Jesus hier gestorben und auferstanden ist.

Eine der wichtigsten heiligen Stätten ist die Grabeskirche. An der Stelle ihrer Errichtung soll Jesus gekreuzigt worden sein. Die Grabeskirche nimmt einen so prominenten Stellenwert im Christentum ein, dass sie im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Vorbild für spätere Kirchen war. So auch für die Friedhofskapelle im hessischen Bad Homburg vor der Höhe.

Neugotischer Nachbau

Die Kapelle auf dem katholischen Friedhof im Gluckensteinweg in Bad Homburg wurde 1879 eingeweiht und ist dem neugotischen Stil der Jerusalemer Grabeskirche nachempfunden. Ihre Bauweise mit der sogenannten „Inkrustationstechnik“ macht die Kapelle zu etwas besonderem: Sie ist außen und innen mit Kieselsteinen geschmückt. Diese Gestaltung geht auf den Homburger Stadtbaurat Louis Jacobi (1836-1910) zurück.

Kapelle mit Krypta

Über eine kleine Treppe auf der Südseite des Gebäudes erreichen Besucherinnen und Besucher den wahren Schatz der Bad Homburger Friedhofskapelle: einen detaillierten Nachbau des Heiligen Grabes zu Jerusalem. Die Krypta wurde ebenfalls aufwendig mit der Inkrustationstechnik gestaltet.

Genau wie bei ihrem architektonischen Vorbild in Jerusalem, führt auch in der Bad Homburger Friedhofskapelle ein kleiner Durchgang in die sogenannte „Engelskapelle“. Dort steht eine schmuckvoll verzierte Engelsstatue.

Einen Raum weiter befindet sich die eigentliche Grabkammer der Krypta. Diese erreichen Interessierte durch einen kleinen Durchlass von etwa einem Meter Höhe und Breite. Die dahinterliegende Kammer ist aufwendig mit Quarzitsteinen aus dem Taunus verziert. In ihr liegt eine Holzskulptur, die den verstorbenen Jesus darstellen soll. Um ihn herum liegen kunstvoll geschmückte Grabbeigaben.

Vom Eingangsbereich links gelegen, befindet sich ein weiterer Raum. Hier ist das Stifterehepaar Rosalia (+ 1880) und Johannes (+ 1890) Jung bestattet.

Gedenken an Opfer der Gewalt

Die Friedhofskapelle Bad Homburg ist die einzige ihrer Art im Rhein-Main-Gebiet. Neben dem Nachbau des heiligen Grabs Jesu und der Ruhestätte des Stifterpaars Jung, beinhaltet sie seit 2010 einen Raum des Gedenkens für die Opfer von Krieg und Gewalt. Hier wird in Form von Gedenkplatten unter anderem an die zwei Homburger Holocaust-Opfern Elisabeth Selma Müller und Dina Daub erinnert; sowie an den 1989 von der Roten Armee Fraktion (RAF) ermordeten Homburger Bankier Dr. Alfred Herrhausen. Im Zeichen stillen Gedenkens brennt hier Tag und Nacht eine Öllampe.

Alexander Thiele

Volontär in der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

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