Limburg, 24.04.2026
Breite Zustimmung aller Gremien
Bischof Georg Bätzing setzte das Konzept nach einem intensiven Entwicklungs- und Beratungsprozess in den synodalen und kurialen Gremien des Bistums in Kraft. Zuvor hatten das Bistumsteam, der Diözesansynodalrat, der Seelsorgerat sowie der Diözesankirchensteuerrat das Maßnahmenpaket eingehend beraten und dem Bischof zur Entscheidung empfohlen. Damit steht das Konzept auf einer breiten Basis und dokumentiert eine hohe Einigkeit innerhalb der diözesanen Gremien. Das Haushaltssicherungskonzept wurde den Mitarbeitenden des Bistums am Mittwoch, 22. April, vorgestellt.
Strukturelle Einsparungen von 101 Millionen Euro bis 2035
Hintergrund ist eine absehbare strukturelle Finanzierungslücke: Ohne Gegenmaßnahmen würden die Ausgaben des Bistums langfristig deutlich über den Einnahmen liegen. Ziel ist es daher, den Haushalt bis 2035 strukturell um 101 Millionen Euro und damit um 30 Prozent zu entlasten.
„Wir stehen vor tiefgreifenden Veränderungen. Ich habe dem Maßnahmenbündel des Haushaltssicherungskonzeptes nach Beratung und Beschlussempfehlung in den Gremien zugestimmt, weil es notwendig ist, um die Handlungsfähigkeit unseres Bistums langfristig zu sichern“, sagt Bischof Georg Bätzing. „Dabei geht es nicht nur um Zahlen, sondern um die Frage, wie wir unseren kirchlichen Auftrag unter veränderten Bedingungen in Zukunft verantwortlich gestalten wollen.“
Maßnahmenpaket umfasst alle Bereiche des Bistums
Das Haushaltssicherungskonzept bündelt 22 Maßnahmenpakete mit mehr als 50 Einzelmaßnahmen, die alle Bereiche des Bistums betreffen.
Im Kern geht es um strukturelle Veränderungen in drei zentralen Feldern: Sachkosten werden durch organisatorische und strukturelle Anpassungen reduziert, Personalstrukturen werden schrittweise weiterentwickelt und mit Blick auf den demografischen Wandel unter den Mitarbeitenden angepasst und Zuschüsse und Förderungen werden überprüft und stärker priorisiert.
Ergänzt wird dies durch die Überprüfung von Leitungs- und Organisationsstrukturen, von Möglichkeiten der Effizienzsteigerungen sowie die am Leitbild des Bistums orientierte Ausrichtung kirchlicher Angebote. Damit verfolgt das Bistum einen klaren Ansatz: Einsparungen sollen nicht pauschal erfolgen, sondern gezielt entlang der im Leitbild beschriebenen Wirkungsfelder gesteuert werden.
Generalvikar Wolfgang Pax betont: „Ziel des gesamten Haushaltssicherungskonzeptes ist es, auch in Zukunft die wirtschaftlichen Möglichkeiten für eine gute Seelsorge und einen hilfreichen Dienst für die Menschen zu haben. Die einzelnen Kürzungsentscheidungen sind kein Selbstzweck, sondern stehen in diesem Horizont.“
Leitbild als inhaltliche Grundlage
Das Haushaltssicherungskonzept ist eng mit dem Leitbildprozess des Bistums Limburg verbunden, der parallel in den vergangenen Monaten erarbeitet wurde. Darin hat das Bistum zentrale strategische Ziele für seine zukünftige Ausrichtung formuliert. Das Leitbild beschreibt, wofür Kirche im Bistum Limburg stehen will und welche Schwerpunkte sie in Zukunft setzen möchte.
Die finanziellen Entscheidungen des Haushaltssicherungskonzepts knüpfen unmittelbar daran an: Sie schaffen die Voraussetzungen dafür, dass kirchliches Handeln auch unter veränderten Rahmenbedingungen wirksam bleibt. „So verbinden wir unsere wirtschaftliche Verantwortung mit unserem Auftrag als Kirche in der Welt“, erläutert die Bischöfliche Bevollmächtigte Hildegard Wustmans.
Ein erster Meilenstein in einem mehrjährigen Prozess
Mit dem Beschluss ist ein zentraler Meilenstein erreicht. Das Konzept beschreibt zunächst die grundsätzliche Richtung und das Einsparziel. In den kommenden Monaten werden die einzelnen Maßnahmen weiter konkretisiert und zur Umsetzung vorbereitet.
„Wir haben jetzt eine tragfähige Grundlage. Entscheidend wird sein, die Maßnahmen konsequent weiterzuentwickeln und umzusetzen“, unterstreicht Thomas Frings, Ökonom des Bistums. Die Umsetzung erfolgt in mehreren Schritten, in denen Maßnahmen konkretisiert, Verantwortlichkeiten geklärt und die Auswirkungen vor Ort weiter ausgearbeitet werden.
Sozialverträgliche Umsetzung im Fokus
Sozialverträgliche Umsetzung im Fokus
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der sozialverträglichen Gestaltung der Veränderungen. Anpassungen im Personalbereich sollen möglichst über natürliche Fluktuation und altersbedingte Abgänge erfolgen. Parallel wurde ein Sozialplan mit der Mitarbeitervertretung vereinbart, um Mitarbeitenden zusätzliche Sicherheit zu geben. „Uns ist wichtig, dass wir nicht zuerst über Strukturen sprechen, sondern über die Menschen, die in diesen Strukturen arbeiten“, erklärt Generalvikar Pax.
Klare Richtung für die Zukunft
Bei der Vorstellung des Konzeptes für die Mitarbeitenden betonte Bischof Bätzing: „Wir haben diesen Weg gemeinsam erarbeitet. Das ist ein hoher Wert. Jetzt geht es darum, ihn gemeinsam weiterzugehen und die notwendigen Veränderungen verantwortungsvoll umzusetzen.“