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Limburg, 02.04.2026

Abend der Zugehörigkeit

Versammelt wie die Apostel im Abendmahlssaal hat Bischof Georg Bätzing mit den Gläubigen im Limburger Dom den Gründonnerstagsgottesdienst gefeiert. In seiner Predigt am Donnerstag, 2. April 2026, betonte er die Zugehörigkeit zu Jesus und zueinander. Im Gottesdienst wusch der Bischof zudem zwölf Personen aus verschiedenen Kirchorten, von den Pfadfindern und Messdienern und aus dem Pfarrgemeinderat die Füße. Die Domsingknaben unter der Leitung von Andreas Bollendorf gestalteten die Messe musikalisch.

„Jede Zeit hat ihre eigenen Zeichen der Verbundenheit“, sagte der Bischof und griff als Beispiele die Fanszenen von Fußballmannschaften oder die Mode auf. Dies sei Ausdruck von Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe oder ihrem Lebensstil. Der Gründonnerstagabend, die Feier des Letzten Abendmahls, „dieser Abend, liebe Geschwister im Glauben, ist für mich der Abend unserer Zugehörigkeit zu Jesus und zueinander schlechthin“, sagte Bätzing. Durch die Lesungstexte, das gemeinsame Brotbrechen und vor allem den Gestus der Fußwaschung werde diese Zugehörigkeit besonders deutlich. Der Gründonnerstagabend sei ein inniger Gruß des Herrn an die Gläubigen, „Zeichen seiner unverbrüchlichen Verbundenheit, ein Moment von Ewigkeit“, sagte Bätzing. „Er schenkt sich uns – damit wir ihm und zueinander gehören.“

Von der Selbstverständlichkeit zur bewussten Entscheidung

Bätzing nahm in seiner Predigt Bezug auf die Zugehörigkeit der Menschen in der Gesellschaft. In der Vergangenheit seien Menschen in ihre Milieus und sozialen Gruppierungen förmlich hineingeboren worden. Heute habe das alles an Selbstverständlichkeit eingebüßt. „Und das hat zur Folge, dass wir auf die Suche gehen und uns entscheiden müssen: Last und Segen einer größeren individuellen Freiheit zugleich“, sagte Bätzing. „Für mich empfinde ich es nach wie vor als wichtigen Faktor meiner Zufriedenheit, zu etwas Größerem gehören zu dürfen – und damit meine ich vor allem diese weltweite katholische Kirche.“ Auch wenn sie noch so veränderungsbedürftig sei, „ich liebe sie, diese Glaubensgemeinschaft; und ich liebe es, ein Teil von ihr zu sein“, sagte Bätzing.

Der Bischof zitierte Huub Oosterhuis, der fragte, wozu die Menschen noch gehörten, zu welcher Gemeinschaft, zu welcher religiösen Tradition. Seine Antwort darauf lautete: „Ja, liebe Geschwister, ich glaube daran: Hier ist die Gemeinschaft, hier sind die Geschichten, hier klingen die Lieder, hier erscheint das große Lebensideal, dem ich nacheifere und dem ich mich ganz tief verbunden weiß. Hier, heute, mit Ihnen zusammen, an diesem besonderen Abend.“

Felicia Schuld

Chefin vom Dienst, Redakteurin Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Predigt im Wortlaut

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