Wiesbaden, 12.05.2026
Ein Fuß in der Tür
„Mach!“ So würde Evi Neuschaefer antworten, wenn man sie fragt, ob sie den Weiterbildungskurs Katholische Religion empfehlen kann. Die Frankfurter Berufsschullehrerin für Deutsch, Ernährung und Hauswirtschaftswissenschaften wagte mit Anfang 50 den Sprung ins kalte Wasser und drückte noch einmal die Schulbank, um die Lehrbefähigung für das Fach Katholische Religion zu erhalten.
Der Perspektivwechsel habe ihr gut getan, erzählt Neuschaefer. Während der Prüfungsphase habe sie plötzlich wieder mehr Verständnis für die Situation ihrer Schülerinnen und Schüler entwickelt.
Und auch der Input habe ihr gut getan. „Mein Hirn mag das“, erzählt die gelernte Konditormeisterin, die mit Mitte 30 aufs Lehramtsstudium umschwenkte und heute an der Bergiusschule in Frankfurt unterrichtet.
Nah an der Praxis
Den Weiterbildungskurs, den das Pädagogische Zentrum der Bistümer im Lande Hessen (PZ) im Auftrag der Hessischen Lehrkräfteakademie anbietet, empfiehlt Neuschaefer vor allem wegen seiner Praxisnähe. Von Beginn an unterrichten die Teilnehmenden das Fach Religion. Fragen aus dem Unterricht werden direkt in den Kurs eingebracht und gemeinsam bearbeitet. Auch die Atmosphäre beschreibt sie als „familiär und konstruktiv“. Die Dozierenden seien fachlich versiert und zugleich nahbar.
Alle zwei Jahre startet am PZ der Weiterbildungskurs Katholische Religion für Lehrkräfte an Grundschulen und weiterführenden Schulen (Sek. 1). In diesem Monat erhielten 14 Teilnehmende im Wilhelm-Kempf-Haus ihre Zertifikate aus den Händen von Schulrätin Katharina Stahn von der Hessischen Lehrkräfteakademie. Der nächste Kurs beginnt im August 2026. Er umfasst mehrtägige Kurswochen sowie monatliche Studienzirkel.
„Wir starten mit den Basics“, erläutert Studienleiterin Claudia Pappert vom PZ. Dazu gehören Grundlagen der Religionspädagogik sowie Einführungen in das Alte und Neue Testament. Themen wie Ethik, Dogmatik, Kirchengeschichte, Interreligiösität, Inklusion und Kirchraumpädagogik bauen darauf auf.
Morgenimpulse und Gottesdienste
Die altersgemischte Gruppe profitiere dabei auch untereinander, so Pappert. Alle Teilnehmenden brächten ihr eigenes Vorwissen mit ein. Jede und jeder blicke anders auf die Theologie. Das präge den Kurs, findet Pappert. Neben fachlichen Inhalten gehe es auch um die eigene Spiritualität. Die Gruppe feiere gemeinsam Gottesdienste. Morgenimpulse werden von den Teilnehmenden gestaltet. „Es ist einfach schön, diese Gruppe begleiten zu dürfen“, sagt Pappert – und freut sich über 14 neue, qualifizierte Lehrkräfte für den katholischen Religionsunterricht in Hessen.
Für Neuschaefer hat sich der Schritt in das neue Aufgabenfeld gelohnt. Der Religionsunterricht sei ein „tolles Beziehungsfach“. Er biete Raum für Themen, die Schülerinnen und Schüler bewegen und die im Schulalltag oft zu kurz kommen. Viele seien zwar getauft, hätten aber kaum Bezug zum Glauben. „Über den Religionsunterricht bekommt Kirche hier wieder einen Fuß in die Tür“, ist Neuschaefer überzeugt.
Informationen zum 19. Weiterbildungskurs Katholische Religion für Lehrkräfte an Grundschulen und Sekundarstufe 1 findet man unter www.pz-hessen.de