Wiesbaden, 13.05.2026
Das Backmobil ist der Hit in den Kitas
Vor zehn Jahren rollte es zum ersten Mal auf den Hof der Kita der katholischen Pfarrei St. Bonifatius: das Backmobil – ein Holzbackofen auf einem Anhänger, der seitdem von März bis Oktober regelmäßig alle sieben Kitas der Gemeinde anfährt. Was als Idee begann, um Kindern das Backen näherzubringen, ist heute ein fester Bestandteil des preisgekrönten Ernährungskonzepts der Einrichtung. „Das Backmobil ist mehr als nur ein Ofen. Es ist ein Ort der Begegnung, des Lernens und des gemeinsamen Erlebens“, sagt Julia Grimme, Verantwortliche für Verpflegung und Ernährungsbildung.
Vom Korn zum Brot: Ernährungsbildung mit allen Sinnen
Mit dem Backmobil gestalten die Pädagoginnen, Pädagogen und Küchenteams gemeinsam mit den Kindern Backtage zu unterschiedlichen Schwerpunkten. Die Kinder erleben hier den gesamten Prozess – vom Mahlen des Getreides mit der Handmühle bis zum Backen im traditionellen Holzofen. „Die Kinder schmecken sofort den Unterschied zwischen selbstgemacht und gekauft. Das ist ein Aha-Moment, den sie nicht vergessen“, erzählt Nina Voss, Leiterin der Kita Maria Hilf. Auch das Anheizen des Ofens mit Holz ist für die Kinder ein besonderes Erlebnis. In den verschiedenen Temperaturen entstehen so Brot, Kuchen oder sogar Apfelchips, die über Nacht in der Resthitze trocknen.
Doch das Backmobil ist nur ein Baustein des ganzheitlichen Ernährungskonzepts, für das die Kitas von St. Bonifatius seit 2013 mit dem DGE-Qualitätsstandard zertifiziert sind. „Wir tragen eine große Verantwortung, denn viele Kinder nehmen bei uns bis zu drei Mahlzeiten am Tag ein“, betont Dr. Julia Fauth, Kita-Koordinatorin. „Daher legen wir größten Wert auf eine ausgewogene, gesunde und abwechslungsreiche Verpflegung – überwiegend mit regionalen und saisonalen Produkten; oft Bio-zertifiziert“
Frisch, regional, partizipativ
Schon seit November 2021 wird in allen Kitas täglich frisch gekocht – ganz ohne Convenience-Produkte, mit Zutaten von regionalen Lieferanten, die die Kinder bei Ausflügen sogar persönlich kennenlernen. Der Speiseplan orientiert sich an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE): viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Fisch, wenig Fleisch und Zucker. „Bei uns gibt es montags immer Suppe mit Vollkornbrot, und die Hälfte aller Backwaren sind Vollkornprodukte“, erklärt Julia Grimme. „Süßigkeiten haben bei uns keinen Platz – weder im Essen noch in den Brotdosen der Kinder.
„Die Kinder werden aktiv einbezogen: Sie schnippeln Rohkost, backen Kuchen, ziehen Gemüse an und bewerten nach jedem Essen, wie es ihnen geschmeckt hat. „Die Kinder fragen oft: Was gibt es heute? Das zeigt, wie sehr sie sich für das Essen interessieren“, so Nina Voss. Besonders beliebt sind die selbstgemachten Nudeln – seit 2023 gibt es in jeder Kita eine Nudelmaschine – und das selbstgemachte Eis, das seit 2024 regelmäßig auf dem Snackplan steht.
Ein Konzept, das überzeugt
Die Kitas von St. Bonifatius setzen auf gesunde Ernährung: Sie verzichten auf Schweinefleisch, bieten vegetarische Alternativen und berücksichtigen religiöse sowie allergische Bedürfnisse. „Unser Ziel ist es, den Kindern ein gesundes Ernährungsverhalten mitzugeben – für ihr ganzes Leben“, sagt Dr. Julia Fauth. Und die Kinder? Die sind begeistert. Wie der dreijährige Dimitrios aus der Kita Maria Hilf: „Ich mag das Backmobil! Da machen wir leckere Sachen – und ich darf selbst mitmachen!“