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02.05.2013

Patronin einer blühenden Kirche

Bischof eröffnet Wallfahrtsjahr 2013 in Marienthal

MARIENTHAL - Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst hat am Mittwoch, 1. Mai, gemeinsam mit hunderten Gläubigen das Wallfahrtsjahr 2013 in Marienthal im Rheingau eröffnet. In dankbarer Erinnerung an das große Glaubenszeugnis des Bekennerbischofs Peter Joseph Blum (1808 bis 1884) und mit Blick auf die bewegte Geschichte der Wallfahrtskirche stiftete Tebartz-van Elst dem Gnadenort eine Linde, segnete den Baum und vertraute ihn der Fürsprache der schmerzhaften Gottesmutter von Marienthal an. Mit Blick auf die Sicherheit der vielen Pilger mussten die Franziskaner, die den Wallfahrtsort betreuen, im Frühjahr die Bäume auf dem Pilgerplatz fällen lassen. Nun wurden neue Bäume gepflanzt, einer davon ist die Linde. Der Überlieferung nach wurde die Klosterkirche während der Wirren der Säkularisation zerstört. Nur ihr Fundament blieb für den Wiederaufbau erhalten. Inmitten der Trümmer habe eine Linde gestanden, die mit ihrer großen Baumkrone die Grundmauern überdachte und schützte. Peter Joseph Blum stammte aus Geisenheim und war in kritischer Zeit von 1842 bis 1884 Bischof von Limburg. Er setzte sich stark für die Vertiefung des Glaubens ein.

Unter ihrem Schutz geht nichts verloren

"Marienthal ist ein Wallfahrtsort im Zeichen der Linde", so der Bischof. Der Baum werde zur Botschaft und zu einem Bild für die Kirche in den Veränderungen der Zeit. Die Linde werde zum Beispiel dafür, wo Neues wachse, wenn Gewohntes wegbreche. Der Baum mache deutlich, dass Gott unter dem Schutz Mariens nichts verloren gehen lässt, was er einmal geschenkt habe. "Im Zeichen der Linde steht Marienthal für die treue Verheißung Gottes, dass die Angriffe dieser Welt seine Kirche nicht zerstören können", sagte Tebartz-van Elst. Im Blick auf die schmerzhafte Gottesmutter von Marienthal werde dem Pilger und Beter bewusst, wie Schmerz sich in Freude und Tod in Leben verwandle, wo die Seligpreisung Marias auf den Menschen übergehe, der sich ihrer Fürsprache anvertraue. So wie die Gottesmutter selbst, gebe auch die Linde dem Menschen Schutz und Unterstand, wenn die Stürme der Zeit toben oder gar zerstören. So wolle der Baum, der die Geschichte des Gnadenortes im Blick hat, auch die Gegenwart im Glauben prägen. "Der unbehauste Mensch unserer Zeit braucht das Dach des Evangeliums und der Kirche, um im Letzten nicht obdachlos und allein zu sein", so der Bischof. Im Zeichen der Linde blühe und erwachse den Pilgern in Marienthal im Blick auf Maria ein Obdach im Glauben. Hier könne sich der Mensch mit den Trümmern und dem Torso des eigenen Lebens unter den Baum des Glaubens stellen, dessen Äste so weit reichen und "Schutz und Schirm" seien.

Maria steht für das österliche Leben

Maria, so der Bischof, stehe für das österliche Leben und sei die Patronin einer blühenden Kirche. "Im Zeichen der Linde löst sie Lasten, weil sie uns verheißt, dass Gott die Trümmer unseres Lebens als Fundament in den Blick nimmt, auf denen er die Zukunft seiner Kirche bauen will, über die Maria schon das Dach ausspannt", erklärte Tebartz-van Elst.

Marienthal im Rheingau ist einer der ältesten Wallfahrtsorte Deutschlands. Zeugnisse datieren die Ursprünge der Wallfahrt auf das Jahr 1309. Das Gnadenbild von Marienthal ist ein kleines Vesperbild. Es stellt Maria dar, wie sie nach der Kreuzabnahme ihren toten Sohn auf dem Schoße trägt. Die Wallfahrtskirche wurde im Jahr 1330 von Erzbischof Balduin von Trier, Administrator des Erzstiftes Mainz, eingeweiht. (StS)

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