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06.06.2013

Identität vor Ort bewahren

Weihbischof Löhr im Gespräch mit Bürgermeistern im Rheingau

GEISENHEIM. ? Über die aktuelle Situation im Bezirk Rheingau hat sich Weihbischof Dr. Thomas Löhr im Rahmen seiner Visitation mit den Bürgermeistern der Kommunen ausgetauscht. Die Zahl der Katholiken hat sich in den Gemeinden in den letzten fünf Jahren ganz unterschiedlich entwickelt. In manchen Gemeinden hat die Katholikenzahl um bis zu fünf Prozent abgenommen, in anderen sind sogar Zuwächse zu verzeichnen. Wie die Bürgermeister berichteten, gibt es im oberen Rheingau in allen Städten und Dörfern viele Zuzüge, trotz hoher Immobilienpreise. Von den Neuzugezogenen ist allerdings nur ein geringer Teil katholisch. Der Rückgang der Katholiken ist zudem dem demografischen Wandel und vielen Kirchenaustritten geschuldet.

Im unteren Rheingau sieht die Situation völlig anders aus. Zuzüge und teure Immobilien gibt es nur noch wenige. Die Einwohnerzahl in Geisenheim stagniert. In allen anderen Ortschaften nimmt die Bevölkerung ab und die Immobilienpreise sind niedrig. Dies macht sich auch in den Kirchengemeinden bemerkbar. Soziale Brennpunkte sind im ganzen Rheingau nur im Kernstadtbereich von Rüdesheim auszumachen. Hier gibt es einen sehr hohen Anteil von Bewohnern mit Migrationshintergrund.

Aufgabe von Kirche sei und bleibe es, den Glauben weiter zu geben, auch wenn sich die Rahmenbedingungen in den letzten Jahren geändert hätten, erklärte der Weihbischof. Die neuen Pfarreistrukturen des Bistums antworteten auf die demografische Entwicklung und den Rückgang des pastoralen und ehrenamtlichen Personals. Die Bürgermeister unterstrichen ihrerseits, dass es auch ihnen wichtig sei, dass die Identität vor Ort bewahrt bleibe und dass sich die Menschen mit ihrer Kirche, Gemeinde, Einrichtung weiterhin identifizieren könnten.

Thema war auch der aktuelle Stand der Kitas in katholischer Trägerschaft im Rheingau: Derzeit gibt es 16 Kitas mit 951 Kindern und 156 Erzieher/innen. 52,9  Prozent der Kinder sind katholisch, das ist die höchste Zahl im Bistum, und 69  Prozent sind Christen. Neun Prozent der Kinder sind nicht-deutscher Herkunft, für zehn Prozent der Kinder finanziert die Jugendhilfe den Kitaplatz. Ein warmes Mittagessen bekommen mehr als die Hälfte der Kinder. Elf Prozent der U3 Plätze werden von den Katholischen Einrichtungen gestellt. Die Bürgermeister wiesen darauf hin, dass die Kommunen sich finanziell sehr stark beim Ausbau und bei der Unterhaltung der Katholischen Einrichtungen beteiligen.

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