03.03.2013
Der Schatz der Kirche von Limburg
KELKHEIM. - Mit Freude und Begeisterung habe sich die kroatische Gemeinde auf das Pontifikalamt mit Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst vorbereitet: Was Tanja Kadoic im Namen des Pfarrgemeinderates am Ende des Gottesdienstes berichtete, war in der St. Dionysius-Kirche am Sonntag, 3. März, vom ersten Moment an spürbar. Schon eine halbe Stunde vor Beginn wurden selbst die Stehplätze rar, ein großer Chor mit Sängern aller Altersgruppen stand bereit und mit den zahlreichen Ministranten zogen auch junge Leute in traditioneller Tracht ein. Und als der Bischof, der im Rahmen seiner Visitation nach Kelkheim-Münster gekommen war, einen Willkommensgruß auf kroatisch an die Gläubigen richtete, gab es nicht zum letzten Mal an diesem Tag spontanen Applaus.
Es bewege ihn zutiefst, zu sehen, wie viele Menschen hier zusammen gekommen seien, sagte Tebartz-van Elst, und dankte den kroatischen Katholiken für ihr großes und starkes Glaubenszeugnis: "Der Reichtum, den Sie einbringen, das macht die Kirche katholisch", sagte er und bezeichnete die muttersprachlichen Gemeinden als Schatz der Kirche von Limburg. In seinen herzlichen Begrüßungsworten hatte zuvor der Pfarrer der kroatischen Gemeinde der beiden Bezirke Main-Taunus und Hochtaunus, Frater Marinko Vukman, seinerseits seine Dankbarkeit der hiesigen Kirche gegenüber zum Ausdruck gebracht. Die Möglichkeit zu haben, die Eucharistie in der Muttersprache zu feiern und die eigene religiöse und kulturelle Identität leben zu können, sei etwas Wunderbares, betonte Vukman.
Die Fastenzeit sei eine Zeit der Tauferinnerung, eine Einladung, hinab zu steigen in die Geschichte unseres Glaubens, sagte der Bischof in seiner Predigt. Die kroatische Gemeinde lebe vor, was nötig sei, um in Berührung zu bleiben mit dem "heiligen Anfang": lebendiger Glaube, die treue Pflege des Gebetes und der ausdrückliche Sinn für Gemeinschaft. "Es tut mir und uns gut zu sehen, wie Sie den Glauben pflegen", meinte er. Einen solchen Glauben brauche die Welt. Gebet und Muttersprache gehören nach den Worten des Bischofs zusammen: Man bete in der Sprache, die man als erste gelernt habe. Ausdrücklich würdigte der Bischof den Zusammenhalt der Gläubigen und ihre Treue zur Kirche. Wo man füreinander einstehe und sich gegenseitig helfe, werde spürbar, dass der Glaube gerade dann trage, wo es schwierig werde.
Reich beschenkt, mit Brot und Wein, einem Bild der St. Dionysius-Kirche, einer Kerze und einem T-Shirt mit seinem Namen, bedankte sich der Bischof mit warmen Worten für den freundlichen Empfang und das Engagement aller an der Gestaltung des Gottesdienstes Beteiligten. Viele der Gemeindemitglieder nutzten anschließend die Gelegenheit, beim Imbiss mit kroatischen Spezialitäten im Gemeindehaus mit ihm persönlich ins Gespräch zu kommen. (rei).
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