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06.12.2012

Vertrauliche Atmosphäre - unterschiedliche Sichtweisen

Fünf Jahre Runder Tisch deutscher und türkischer Journalisten

Der Runde Tisch für Journalisten deutsch- und türkischsprachiger Redaktionen im Rhein-Main-Gebiet wird fünf Jahre alt. Seit 2007 treffen sich Vertreter deutsch- und türkischsprachiger Medienhäuser im Rhein-Main-Gebiet vier Mal pro Jahr, um in vertraulicher Atmosphäre aktuelle gesellschaftspolitische Fragen zu erörtern und sich über unterschiedliche Sichtweisen auszutauschen, wie die Herbert Quandt-Stiftung in Bad Homburg als einer der Träger des Gesprächskreises am Donnerstag mitteilte. Unterstützt wird der Runde Tisch außerdem von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sowie dem Haus am Dom des Bistums Limburg in Frankfurt.

Integration, Spracherwerb und Religionsunterricht hätten in den vergangenen fünf Jahren ebenso auf der Agenda des Runden Tisches gestanden wie die Medienlandschaften in Deutschland und der Türkei, Fragen des Arbeitsmarkts oder der Sicherheitspolitik, heißt es in der Mitteilung. Auch stark emotionalisierte Themen wie Ehrenmorde, Karikaturenstreit und Rechtsextremismus habe der Kreis besprochen. Gastgeber ist im deutsch-türkischen Wechsel jeweils eine der beteiligten Redaktionen.

"Über viele Jahre Vertrauen aufzubauen, zahlt sich aus", sagt Erhard Brunn, seit Beginn Koordinator des Runden Tischs. Beim Runden Tisch werde nicht nur miteinander gesprochen, sondern auch gemeinsam gehandelt: Im Oktober 2011 organisierten die Mitglieder anlässlich des 50. Jahrestags der Unterzeichnung des Anwerbeabkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei einen Redaktionsaustausch. Deutschsprachige Redakteure arbeiteten in türkischsprachigen Redaktionen und umgekehrt. 2009 hatten die Journalisten eine gemeinsame Reise in die Türkei unternommen. In Istanbul und Ankara sprachen sie mit gesellschaftlichen und politischen Akteuren des Landes und deutschen Repräsentanten in der Türkei. Eine weitere Türkeireise ist für Mai 2013 geplant.

Neben dem internen Meinungsaustausch diente der Runde Tisch auch dem Gespräch mit Politikern und Repräsentanten verschiedener Institutionen. Bundesbildungsministerin Annette Schavan war ebenso zu Gast wie die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (beide CDU). Auch der hessische Minister der Justiz, Integration und Europa, Jörg-Uwe Hahn (FDP), stellte sich den Fragen der Journalisten genauso wie der Generalkonsul der Türkei in Frankfurt, Ilhan Saygili, der Geschäftsführer der Deutsch-Türkischen Industrie- und Handelskammer, Suat Bakir, und der Präsident des Landesamts für Verfassungsschutz Hessen, Roland Desch.

Dem Runden Tisch gehören eine Vielzahl von Redaktionen an: Alsfelder Allgemeine, Aydinlik, dapd, Deutschlandradio, <link http: ekopolitika.de>ekopolitika.de, Evangelischer Pressedienst, Evangelische Sonntags-Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, Gießener Allgemeine, Hessischer Rundfunk, Hürriyet, Ihlas-Medien, Medium, Radio Metropol FM, Die Rheinpfalz, Sabah, Der Sonntag, Südwestrundfunk, Toplum, World Media und das Zweite Deutsche Fernsehen. Zudem arbeiten zahlreiche freie Journalisten und andere mediale Institutionen mit. 

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