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13.09.2012

Vertrauen statt Kontrolle

Mehr als 300 Teilnehmer beim Tag der Caritas

LIMBURG - "Der Glaube ist nutzlos ohne die Liebe und in der Hilfe der Menschen an Notleidenden zeigt sich diese Liebe", sagte Bischof Dr. Alick Banda aus Ndola/ Sambia im Pontifikalamt am Tag der Caritas, am Donnerstag, 13. September, im Hohen Dom zu Limburg. Der Bischof ist mit der Musikgruppe "Limburg meets Ndola beats" anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Bistumspartnerschaft in der 54. Kreuzwoche im Bistum Limburg zu Gast. In seiner Predigt lobte Banda die Arbeit der Caritas und betonte, dass die Nächstenliebe ein Gebot für alle Menschen sei. "Wir sind nicht nur Kinder Gottes, sondern wir sind auch Verwandte von Gott, denn unsere Hilfe am Nächsten ist die Antwort auf Gottes Gesetze."

Setz doch `mal auf Vertrauen!" - Unter diesem Leitwort stand der Tag der Caritas im Bistum Limburg, der mit mehr als 300 haupt- und ehrenamtlichen Caritasmitgliedern gefeiert wurde. In einer krisenreichen Gesellschaft ist Vertrauen zu einer Mangelware geworden. Es herrscht Misstrauen gegenüber Mensch und System. "Vertrauen spielt in allen Lebensbereichen eine wichtige Rolle. Wir wollen in die Politik, die Gesellschaft oder Währung Vertrauen haben", erläutert Dr. Hejo Manderscheid, Direktor des Caritasverbandes für die Diözese Limburg das gewählte Thema. "Schlagzeilen, wie die Aufregungen über Stuttgart 21 oder die Fluglärmdebatte in Frankfurt führen aber zu einem Verlust an Vertrauen."

Der Direktor des Caritasverbandes konnte noch ein weiteres aktuelles Beispiel für fehlendes Vertrauen anmerken. Mit Bischof Dr. Alick Banda und einer Delegation aus Musikern und Organisatoren sollten noch drei weitere Musiker und zwei weitere Personen, die in Limburg einen Freiwilligendienst beginnen wollten, anreisen. Diesen wurde allerdings das Visum kurzfristig versagt. "Als Gründe nennt man fehlende Sprachkenntnisse und erhebliche Zweifel über die Rückkehr. Das ist für uns eine bittere Erfahrung und wir hoffen, dass sie noch anreisen können", sagt Manderscheid.

Zur wissenschaftlichen Ansicht des Themas referierte Professor Dr. Martin Hartmann, Professor für Praktische Philosophie und Leiter des philosophischen Seminars an der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern. Hartmann stellt fest, dass Vertrauen ein aktuelles Thema sei. Viele Berufsgruppen würden Vertrauen für sich beanspruchen wollen und viele Menschen würden das Gefühl des Vertrauens vermissen. "Vertrauen ist nicht der Stoff, der die Gesellschaft zusammenhält, es ist kein Ding, was man weitergibt", erläutert der Philosoph.

Controlling statt Vertrauen - das scheint in der heutigen Gesellschaft die Alternative zu sein. In seinen Ausführungen stellt Hartmann allerdings dar, dass Controlling Vertrauen zerstört und falsches Vertrauen schafft. Controlling würde dort eingesetzt werden, wo Vertrauen aufgebaut werden solle. Seiner Ansicht nach signalisiert aber Controlling fehlendes Vertrauen, anstatt es zu schaffen. "Die Menschen wollen vertrauen, können es aber nicht, daher soll das Prinzip des Controllings dieses wieder herstellen."

Hartmann betont, dass Vertrauen nicht durch Kontrolle geschaffen werden könne. Vertrauen beinhalte ein gewisses Risiko, der Vertrauende mache sich durch den Akt des Vertrauens verletzlich. "Andererseits wird durch dieses geschenkte Vertrauen die Bereitschaft erhöht, dieses Vertrauen nicht zu enttäuschen." Der Philosoph versicherte den Zuhörern, dass Vertrauen viel mehr aushalten würde, als man annehmen könne. (vf)

Weitere Informationen zur Kreuzwoche und zum Kreuzwoche im Internet unter <link http: www.kreuzfest.bistumlimburg.de external-link-new-window>www.kreuzfest.bistumlimburg.de.

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