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01.02.2012

Religionsunterricht ist mehr als Wissensvermittlung

Bischof und Kultusministerin besuchen Limburger Berufsschulzentrum

LIMBURG/WIESBADEN. Mit einem klaren Plädoyer für den Religionsunterricht an Berufsschulen endete ein gemeinsamer Besuch von Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst und der hessischen Kultusministerin Dorothea Henzler im Berufsschulzentrum Limburg. Am Dienstag, 31. Januar, waren der Bischof von Limburg und die FDP-Politikerin dort zu Gast und sprachen über die Bedeutung des Religionsunterrichts an Berufsschulen. In einer Gesprächsrunde stellten sie sich den Fragen der Schüler und Lehrer.
Der Religionsunterricht sei unverzichtbar für die Persönlichkeitsbildung junger Menschen, erklärte der Bischof. "Es muss uns im Unterricht um mehr gehen als um die Vermittlung von Wissen", so Tebartz-van Elst. Der Blick auf aktuelle Debatten, Diskussionen und Herausforderungen mache deutlich, dass es in Schulen wieder mehr um die Weitergabe von Werten und um eine Aufmerksamkeit für die existenziellen Fragen des Lebens gehen müsse. Es brauche Menschen mit einer Einsatzbereitschaft für andere, mit Charakter und einem Bewusstsein für das Soziale. "Europa ist mehr wert als der Euro", konkretisierte der Bischof. Es sei für die Gesellschaft existenziell wichtig auf Werte aufzubauen, die verbinden und Verbindlichkeit schaffen. Christen seien von Gott her dazu geschaffen aus der Kraft des Glaubens an dieser "wertvollen" Gesellschaft mitzuarbeiten. Im Religionsunterricht müsse es daher immer wieder auch darum gehen, darüber zu sprechen, was dem Leben Sinn und Tiefe gebe.

Für Dorothea Henzler zählt der Religionsunterricht zu einem der wichtigsten Schulfächer überhaupt, eben weil es hier um mehr gehe als um Wissens- oder Glaubensvermittlung: "Der Religionsunterricht bietet Raum um über die wichtigsten Fragen des Lebens, wie etwa woher komme ich und was gibt meinem Leben Halt, nachzudenken", so die Ministerin. Der Landesregierung liege der Religionsunterricht am Herzen und es sei wichtig, "allen Kindern Unterricht in ihrer Religion anbieten zu können". Deshalb werde es in Hessen künftig neben katholischen und evangelischen auch einen islamischen Religionsunterricht geben.

Auch die jungen Frauen und Männer machten im Gespräch mit Bischof und Ministerin deutlich, wie wichtig ihnen der Religionsunterricht als Berufsschülerinnen und Berufsschüler ist. "Wir lernen hier nicht nur unsere eigene und auch die anderen Religionen kennen, sondern denken auch über die Fragen nach, die für unser Leben wichtig sind", sagte ein Schüler. Gerade im Zusammenleben verschiedener Nationalitäten und Religionen sei es wichtig, auskunftsfähig zu sein und sich einander mit Respekt und Achtung zu begegnen. Krieg und Gewalt habe keine Religion. Die Schüler sprachen auch Themen an wie etwa das Miteinander der Religionen, die weltweite Christenverfolgung, die Ehelosigkeit der Priester und die Rolle der Frauen in der katholischen Kirche.

Bischof Tebartz-van Elst war der Besuch des Berufsschulzentrums im Rahmen der Visitation im katholischen Bezirk Limburg ein Herzensanliegen. "Mir ist es sehr wichtig zu hören, was die Schülerinnen und Schüler hier bewegt", sagte der Bischof. Er dankte auch den Religionslehrern und den Schulseelsorgern für ihre Arbeit. "Mit ihrem Dienst geben Sie immer auch ein Zeugnis des Glaubens und sind Brückenbauer zwischen der Kirche und der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler", so Tebartz-van Elst. Nach dem Gespräch mit der Ministerin, den Schülern und Lehrern lernte der Bischof die verschiedenen Ausbildungsgänge, Fachrichtungen und Arbeitsschwerpunkte der drei Schulen des Berufsschulzentrums kennen: Insgesamt besuchten mehr als 5.400 junge Frauen und Männer das Limburger Berufsschulzentrum. Die drei Schulen des Zentrums sind räumlich eng verbunden und kooperieren seit Jahrzehnten: Die Berufsfelder werden zwar getrennt voneinander unterrichtet aber die Schulen tauschen ihre Ressourcen und Kompetenzen zum Wohle der Schülerinnen und Schüler aus.

Weitere Informationen zur Visitation gibt es im Internet unter <link http: bezirk-limburg.bistumlimburg.de external-link-new-window>www.bezirk-limburg.bistumlimburg.de. (StS)

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