30.05.2012
Menschen mit Behinderung gehören dazu
LIMBURG. Nach dem ersten Treffen zwischen Generalvikar Prof. Dr. Dr. Franz Kaspar und dem Integrationsteam im Bischöflichen Ordinariat Limburg war eines klar: Menschen mit Behinderung in den Arbeitsalltag integrieren, Barrieren abbauen und das selbstverständliche Miteinander fördern, soll Chefsache werden. Für die kontinuierliche Umsetzung der Ziele steht das Integrationsteam. Zu diesem gehören die Vertrauenspersonen der Menschen mit Behinderung, Georg Dornoff und Andreas Schneider, Benno Pörtner von der Mitarbeitervertretung des Bischöflichen Ordinariates, Personaldirektor Dietmar Henn sowie Jutta Schwarz von der Zentralen Personalverwaltung. Jochen Straub, Referatsleiter für die "Seelsorge für Menschen mit Behinderung", nahm ebenfalls am gemeinsamen Gespräch mit dem Generalvikar und dem Integrationsteam teil. Herr Straub ist von der Bistumsleitung beauftragt worden, einen Aktionsplan zu erstellen, um sämtliche Aktivitäten des Bistums rund um die Förderung behinderter Menschen zu koordinieren.
Für die Arbeit im Bischöflichen Ordinariat und den angeschlossenen Stellen ist die Integration von Menschen mit Behinderung und die Solidarität mit kranken Arbeitnehmern ein selbstverständlicher Anspruch, der sich aus dem gemeinsamen christlichen Glauben ergibt. Bereits seit Januar 2005 besteht eine Integrationsvereinbarung für das Bischöfliche Ordinariat und die zugeordneten Stellen. Dennoch ist die seit dem 26. März 2009 auch für die Bundesrepublik Deutschland verbindlich geltende UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderungen ein neuer Ansporn, die Arbeitsabläufe und die Arbeitsbedingungen auf Barrierefreiheit neu zu prüfen und die Anstrengungen zu intensivieren. Ebenso wie die Landesregierungen von Hessen und Rheinland-Pfalz machen sich auch die hessischen Bischöfe und die Caritasverbände der hessischen Bistümer die UN-Konvention als Anspruch zu Eigen. Zukünftig sollen ein "unbehindertes Miteinander" nachhaltig unterstützt und Barrieren kontinuierlich reduziert werden. Menschen mit Behinderung soll damit der Zugang zur Arbeitswelt und allen gesellschaftlichen Bereichen erleichtert werden.
Im Bischöflichen Ordinariat geht es zuerst um die Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsprozess. Bislang wurden bereits 3,5 Stellen sowie eine zusätzliche Ausbildungsstelle speziell für schwerbehinderte Menschen eingerichtet und besetzt. Auch zukünftig soll die Beschäftigungsquote schwerbehinderter Menschen dauerhaft bei über fünf Prozent liegen, in den letzten Jahren konnte dieses Ziel stets erreicht werden. Dass Barrierefreiheit konkret werden muss, haben zwei Maßnahmen gezeigt: Im letzten Jahr wurden im Rossmarkt elektronische Türen eingebaut, die sich auf Knopfdruck öffnen; ebenso wurde ein Fahrstuhl rollstuhlgerecht umgebaut. Das Integrationsteam hat die nächsten Ziele schon konkretisiert. So sollen z.B. das Beratungsangebot, die Integrationsvereinbarung und das Hinweisblatt für Nachteilsausgleiche im Mitarbeiterportal veröffentlicht und eine bereits vorhandene behindertengerechte Toilette neuen Standards angepasst werden. Zudem sollen die Führungskräfte in der Personalauswahl und im Umgang mit schwerbehinderten Menschen, aber auch vor allem mit Blick auf die zunehmende Zahl psychischer Erkrankungen geschult und sensibilisiert werden. Hierfür aber auch für die Fertigstellung des bistumsweiten Aktionsplanes sagte Generalvikar Prof. Dr. Dr. Franz Kaspar dem Integrationsteam sowie Herrn Straub die volle Unterstützung der Bistumsleitung zu. (pa)