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11.08.2017

Zum Tod von Ruth Pfau

Imponierendes Vorbild der Nächstenliebe

KARACHI/LIMBURG.- Die Ordensschwester Dr. Ruth Pfau ist am 10. August in Karachi im Alter von 87 Jahren gestorben. Bischof Georg Bätzing würdigte die selbstlos in der Lepra- und Tuberkulosehilfe tätige Ärztin als "imponierendes Vorbild tätiger Nächstenliebe". Ruth Pfau, deren Mutter in Wiesbaden lebte, war Limburger Heimatmissionarin.

Sie prägte viele Menschen durch ihre klaren wie authentischen Botschaften: "Lieben ist ein Tätigkeitswort", umschrieb sie ihre als selbstverständlich verstandene Einsatzbereitschaft für die Nächsten. "Kraft nimmt man sich nicht - man bekommt sie! Da gibt es kein Rezept", antwortet sie in einer Veranstaltung im Bistum Limburg auf die Frage, woher sie die Kraft zu diesem Dienst nehme.

1956 zum katholischen Glauben konvertiert trat Dr. Ruth Pfau 1958 der Gemeinschaft der Töchter vom Herzen Mariae bei, die nach den Regeln des Heiligen Ignatius lebt. Nach ihrem medizinischen Staatsexamen wurde sie, noch als Novizin, nach Indien entsandt und blieb wegen Visa-Problemen in Karachi hängen. Ihre Begegnung mit den Armen und Aussätzigen dort veränderten ihr Leben und wurden zum Lebensinhalt bis zu ihrem Tod. Die empathisch tätige Missionarin strahlte bei aller Aufmerksamkeit stets Hoffnung und Zuversicht aus und berichtete voller Stolz von ihrem Team "daheim", mit dem sie in Pakistan und Afghanistan die Menschen heilte. Die tiefgläubige Ärztin und bescheidene Ordensfrau ermutigt bis heute mit ihrer Lebenserfahrung: "Aus Liebe wachsen Phantasie, Mut und die Verantwortung für andere." (PM - Abteilung Weltkirche)