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04.12.2017

Verantwortung für Gegenwart und Zukunft

Diözesankirchensteuerrat beschließt Haushalt 2018

Finanzdezernent Gordon Sobbeck (links) und Dr. Herbert Braun, der Vorsitzende des Diözesankirchensteuerrats, präsentieren den Haushalt 2018. (Fotos: Bistum Limburg)

LIMBURG.- Der Haushalt 2018 des Bistums Limburg hat ein Volumen von insgesamt 279,6 Millionen Euro. Das sind knapp 27 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Insgesamt 221,5 Millionen Euro (79,2 Prozent) des Etats werden aus der Kirchensteuer finanziert.

Das Bistum wird knapp 122 Millionen Euro (55 Prozent) der Kirchensteuermittel für die Pfarreien einsetzen. Die Bereiche Schule und Bildung werden mit insgesamt 17,3 Millionen Euro (7,8 Prozent) gefördert. In die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien werden 11 Millionen Euro (5 Prozent) investiert. Für soziale Aufgaben stehen 16,2 Millionen Euro (7,3 Prozent) und für die überpfarrliche Seelsorge 7,9 Millionen Euro (3,6 Prozent) zur Verfügung. Der Bereich Immobilien, Infrastruktur, Leitung, zentrale Aufgaben, Verwaltung und synodale Arbeit wird mit insgesamt 29,6 Millionen Euro (13,4 Prozent) berücksichtigt.

Langfristige Entwicklungen im Blick

Gordon Sobbeck, Finanzdezernent und Ökonom des Bistums, blickte in seiner Haushaltsrede auf langfristige demografische Veränderungen. Diese werden sich auf die Entwicklung des Kirchensteueraufkommens auswirken. In den kommenden zehn Jahren werde die Entwicklung des Kirchensteueraufkommens noch relativ stabil sein. "Dann werden in einem Zeitraum von etwa zehn Jahren die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen. Dies wird zu erheblichen Rückgängen beim Kirchensteueraufkommen führen", erklärte Sobbeck. Verstärkt wird diese Entwicklung durch das Wissen, dass etwa 80 Prozent des Kirchensteueraufkommens von rund 25 Prozent der Kirchensteuerzahler finanziert wird. "Es zeigt sich hier die Stärke eines Solidarsystems. Andererseits entrichten die höchsten Kirchensteuern die heute etwa 50- bis 55-Jährigen. Also genau die Gruppe der geburtenreichen Jahrgänge", resümierte Sobbeck.

Vorsorge und Investitionen

Angesichts der absehbaren Entwicklungen wird der bewährte Weg der wirtschaftlichen Vorsorge auch mit Blick auf die Spielräume im Haushalt 2018 konsequent fortgesetzt. Dieser wird für eine Stärkung der Baustiftung (15,5 Millionen Euro), der Schulstiftung (5,0 Millionen Euro), der Caritasstiftung (500.000 Euro) sowie der Baurücklagen (7,5 Millionen Euro) verwendet.

"Im Diözesankirchensteuerrat teilen wir die Einschätzungen der Verwaltung zu den langfristigen Entwicklungen uneingeschränkt. Deshalb halten wir gemeinsam an einer konsequenten, auf Vorsorge und gezielte Investitionen in Prozesse und Infrastruktur konzentrierten Haushaltspolitik fest", sagt Dr. Herbert Braun, der Vorsitzende des Diözesankirchensteuerrats, der den Haushalt beraten und beschlossen hat.

Weitere Entlastungen für Pfarreien

Mit dem Haushalt 2018 werden weitere Mittel für die Einführung von Verwaltungsleitungen in den Pfarreien bereitgestellt. "Mit dieser Verwaltungsunterstützung wollen wir das Ehrenamt fördern und attraktiver machen", so Sobbeck. Auch die direkten finanziellen Zuweisungen an die Kirchengemeinden werden angepasst. Die sogenannte Schlüsselzuweisung A, die den laufenden Sachmittelbedarf in Seelsorge und Pfarrbüro abdeckt, wird ab 2018 um etwa 15 Prozent angehoben. "Dadurch fließen den Pfarreien etwa 700.000 Euro mehr zu. Diese Maßnahme reiht sich ein in die umfangreichen Anstrengungen des Bistums, um die kirchengemeindlichen Finanzen zu stabilisieren", sagte Finanzdezernent Sobbeck. Eine solche Maßnahme ist etwa auch das Bistumsprojekt zur Energiekostensenkung, durch das mehr als zwei Millionen Euro in den Pfarreien eingespart wurden.

Hintergrund: Diözesankirchensteuerrat

Der Diözesankirchensteuerrat nimmt wichtige Aufgaben in der Vermögensverwaltung des Bistums wahr. Das synodale Gremium beschließt über die Haushaltspläne sowie die Kirchensteuerhebesätze. Er bestimmt den Wirtschaftsprüfer, legt den Prüfungsumfang fest und beschließt über die Feststellung der Jahresabschlüsse und die Entlastung der Verwaltung. Er wirkt bei Fragen zu den aus Kirchensteuermitteln gespeisten Stiftungen, insbesondere der Baustiftung, der Schulstiftung und des Eine-Welt-Fonds, mit. Außerdem schlägt der Diözesankirchensteuerrat dem Bischof Personen für den Diözesanvermögensverwaltungsrat vor. Er wirkt bei der Berufung und Abberufung des Diözesanökonomen mit.

Dem Gremium gehören 18 Mitglieder, davon 13 Ehrenamtliche, an. Der Diözesankirchensteuerrat setzt sich in einem mehrstufigen Verfahren zusammen: Zehn Mitglieder werden durch den Diözesansynodalrat gewählt, fünf Vertreter der Bischöflichen Verwaltung sind kraft Amtes oder durch Berufung des Bischofs Mitglieder des Diözesankirchensteuerrates. Diese Mitglieder wählen wiederum weitere drei Personen hinzu, die besondere Erfahrungen auf dem Gebiet des Finanz-, Steuer- und Rechtswesens haben sollen. Der Finanzdezernent ist geschäftsführendes Mitglied des Diözesankirchensteuerrates, hat aber mit Blick auf eine konsequente Trennung zwischen Ausführung und Aufsicht kein Stimmrecht im Gremium.

Vorsitzender ist Dr. Herbert Braun (Wiesbaden), stellvertretender Vorsitzender ist Andreas Lammel (Bad Schwalbach). Die Geschäftsführung hat Finanzdezernent Gordon Sobbeck inne.

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