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13.07.2017

Preisträger stehen fest

Große Resonanz auf Kunstwettbewerb der katholischen Kirche

Der Kölner Installationskünstler Malte Lück ist für seinen Videobeitrag mit dem ersten Preis ausgezeichnet worden. Foto: vergeben geben Video stills

WIESBADEN. – Die Preisträger des von der katholischen Kirche in Wiesbaden zum Reformationsjahr veranstalteten Kunstwettbewerbs stehen fest: In der Kategorie „Bildende Kunst“ erhält der Kölner Künstler Malte Lück für seine Videoinstallation „vergeben geben“ den ersten Preis. Der Förderpreis geht an Anne Kückelhaus. Die Künstlerin aus Münster wird damit für drei plastische Arbeiten in Keramik ausgezeichnet. In der Sparte „Wort und Literatur“ entschied sich die Jury dafür, drei erste Preise zu vergeben. Preisträger sind die Autoren Anke Dörsam, Yannic Han Biao Federer und Friedel Weise-Ney. Die Preise, die mit jeweils 2000 Euro – der Förderpreis mit 1000 Euro – dotiert sind, werden am 11. November im Roncalli-Haus verliehen.

Den Nerv der Gesellschaft getroffen

Mit 446 Teilnehmern aus dem ganzen  Bundesgebiet, der Schweiz, Österreich und Polen war die Resonanz auf den Wettbewerb groß: „Die unglaubliche Fülle der Reaktionen hat uns überrascht“, sagt die Kunsthistorikerin Dr. Simone Husemann, Leiterin der katholischen Erwachsenenbildung Wiesbaden, die das Projekt initiiert hat. Es sei deutlich geworden, „dass wir mit unseren Themen einen Nerv der Gesellschaft getroffen haben.“ Im Bereich der bildenden Kunst war die „Positionierung zur Transzendenz“ als Titel ausgeschrieben, in den Texten sollten „Worte aus der Zumutung Gottes“ künstlerisch umgesetzt werden. Der Wettbewerb sei bewusst nach außen geöffnet worden, um „die einende Kraft der Kultur“ in den Fokus zu rücken, " statt wie in diesem Jahr so häufig geschehen das Trennende zu betonen", sagt Husemann.

Spritztour zur Kunst

Wer die ausgezeichneten Kunstwerke kennenlernen möchte, muss nicht bis zum November warten: Bereits ab 30. September sind die Arbeiten der Preisträger sowie elf weitere von der Jury ausgewählten Werke in katholischen Kirchen in Wiesbaden ausgestellt. Eine besondere Gelegenheit zum Ausstellungsbesuch bietet am 28. Oktober von 10 bis 17 Uhr eine „Spritztour zur Kunst“. Ein eigens gecharterter Linienbus wird an diesem Tag zusammen mit den Künstlern die einzelnen Ausstellungsorte von St. Mauritius in der Innenstadt bis zur Kirche Mariae Heimsuchung im Kohlheck anfahren. Außerdem wird es an den Kirchorten Lesungen der preisgekrönten und neun weiterer Texte geben.

Jurymitglieder

Jurymitglieder im Bereich „Bildende Kunst“: Dr. Gabriel Hefele, Kirchliche Denkmalpflege im Bistum Limburg, Dr. Simone Husemann, Leitung Katholische Erwachsenenbildung Wiesbaden, Dr. Alexander Klar, Direktor des Museums Wiesbaden sowie Dr. Roland Meyer-Petzold, Vorsitzender des Berufsverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler Wiesbaden. Der Jury in der Sparte „Wort und Literatur“ gehörten an: Alexander Gemeinhardt, Direktor des Stiftungszentrums Schader-Stiftung, Darmstadt, die Schriftstellerin Ricarda Junge, Berlin, die Literaturwissenschaftlerin Dr. Ulrike-Sofie Scholtz, die Buchhändlerin Christiane Stockhausen, Professor Joachim Valentin, Direktor der katholischen Akademie Rabanus Maurus sowie Dr. Simone Husemann.

Zu dem ganzen Projekt, für das Weihbischof Thomas Löhr die Schirmherrschaft übernommen hat, wird Mitte September eine Publikation erscheinen, in der alle ausgewählten Werke in Bild und Wort präsentiert werden. (rei)   

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