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09.01.2018

Königlicher Besuch in Berlin

Kanzlerin empfängt Sternsinger aus Lindenholzhausen

Die Sternsinger Laurenz (11), Felix (15), Jakob (12) und Marvin (15) sowie Begleiter Bernhard Harjung aus der Gemeinde St. Jakobus in Limburg-Lindenholzhausen vertraten das Bistum Limburg beim Sternsinger-Empfang in Berlin. Zum Gruppenfoto mit der Kanzlerin stellten sie sich mit Prälat Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks ,Die Sternsinger‘, und Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), im Bundeskanzleramt auf. (Foto: Kindermissionswerk)

BERLIN/ LINDENHOLZHAUSEN.- Bei der Kanzlerin in Berlin: Laurenz Cremer (11), Marvin Suppus (15) sowie Jakob (12) und Felix (15) Schmaus haben das Bistum Limburg beim großen Sternsinger-Empfang im Bundeskanzleramt vertreten. Sie brachten am Montag, 8. Januar, Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Segen "Christus mansionem benedicat - Christus segne dieses Haus".  

Insgesamt 108 festlich gekleidete und gold-gekrönte Sternsinger zogen ein in eines der wichtigsten Häuser der Republik. "Ich freue mich natürlich immer, wenn ich königlichen Besuch bekomme. Ihr kommt aus allen Himmelsrichtungen, aus Nord und Süd, Ost und West, und dieses Mal zum 60. Mal, das ist natürlich noch einen ganz besonderen Gruß wert", war die Kanzlerin begeistert von der Königsschar. "Und was ihr mitbringt, ist Gottes Segen, dafür möchte ich euch von ganzem Herzen danken."

Gegen Kinderarbeit in Indien und weltweit

"Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit - in Indien und weltweit" heißt das Leitwort der aktuellen, 60. Aktion Dreikönigssingen. Marlena (10), Julian (12) und Matthias (10) aus der Pfarrei Salvator in Berlin-Lichtenrade machten mit einem Szenenspiel deutlich, warum die Sternsinger in diesem Jahr ihre Stimme gegen Kinderarbeit erheben. "Wenn ich nicht hier geboren wäre, sondern zum Beispiel in Indien, müsste ich in einem Steinbruch arbeiten oder in einer Streichholzfabrik. Oder ich müsste Teppiche knüpfen. Vielleicht wären dann meine Eltern nicht mehr am Leben, denn in den armen Familien werden die Menschen meist nur 40 Jahre alt", sagte einer der jungen Darsteller.

Botschaft an die Politikerinnen und Politiker

"Von Schule und Freizeit können viele Kinder nur träumen, weil sie eben jeden Tag arbeiten müssen", machte Bundeskanzlerin Merkel deutlich, wie wichtig auch ihr dieses Thema ist. "Leider hat sich, obwohl wir in vielen Teilen der Entwicklungshilfe auch Erfolge haben, die Zahl der arbeitenden Kinder nicht verändert. Und ich weiß, dass diese Botschaft sich nicht nur so allgemein irgendwohin richtet, sondern natürlich auch an uns als Politikerinnen und Politiker. Es ist wichtig, dass ihr heute noch mal den Finger in die Wunde legt."

"Kinderarbeit ist eines der großen Probleme unserer Zeit. Jedes zehnte Kind muss arbeiten, viele unter ausbeuterischen, viele unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen", sagte Prälat Dr. Klaus Krämer in seiner Ansprache. "Sternsinger setzen sich ein für Kinder in Not und sie machen sich stark für die Rechte von Kindern in aller Welt. Gerade in diesen Tagen, in denen über die Zukunft unseres Landes gesprochen und verhandelt wird, ist das ein wichtiges Zeichen. Wir möchten Sie, Frau Bundeskanzlerin, bitten, dies mit in die Gespräche zu nehmen." Der Präsident des Kindermissionswerks 'Die Sternsinger' hatte die Gruppen gemeinsam mit Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), ins Kanzleramt begleitet.

Aktionsplan für Kinderrechte

"Wir haben im letzten Jahr als Bundesregierung einen Aktionsplan beschlossen, in dem wir Kinder- und Jugendrechte in unserer Entwicklungszusammenarbeit in den Mittelpunkt stellen. Wir müssen da immer weiter am Ball bleiben", so die Bundeskanzlerin. "Wenn wir darum ringen, ob wir eine neue Regierung bilden können, dann stehen Kinderrechte auch in Deutschland auf der Tagesordnung. Aber ein Blick hinaus in die Welt zeigt, dass wir nicht nur an uns denken dürfen."

Die Spende der Bundeskanzlerin durften die Sternsinger aus dem Erzbistum Köln entgegennehmen. Angela Merkel unterstützt damit Bildungsprojekte für arbeitende Kinder im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu, die von den Sternsingern gefördert werden. Mara (13), Mia (10), Peter (10) und Louisa (13) aus der Gemeinde St. Martinus in Neuss-Holzheim sagten anschließend auch den Sternsingersegen auf, in dem auch sie noch einmal auf das Thema Kinderarbeit und die Unterstützung der Bundeskanzlerin eingingen: "Wir wollen das Leben der Kinder verändern, die arbeiten müssen in so vielen Ländern. Allein wird es schwer, doch mit euch kann es gehen, dass Kinder im Dunkel das Sonnenlicht sehn." An prominenter Stelle im Kanzleramt schrieben die Neusser Sternsinger zum Abschluss des Empfangs den Segen 20*C+M+B+18 an.

Mehr als eine Milliarde Euro, mehr als 71.700 Projekte

Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk 'Die Sternsinger' und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mehr als eine Milliarde Euro wurden seither gesammelt, mehr als 71.700 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 59. Aktion zum Jahresbeginn 2017 hatten die Mädchen und Jungen aus 10.328 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 46,8 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Nothilfe.