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13.09.2017

Königinnen, Prophetinnen, Priesterinnen

Ökumene beim Tag der Frauen in Limburg

Weihbischof Dr. Thomas Löhr segnete die stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Ulrike Scherf. Zuvor hatte sie ihn gesegnet. (Foto: Bistum Limburg)

LIMBURG.- Ganz im Zeichen der Kraft Gottes, der Geistkraft, hat der Tag der Frauen in diesem Jahr gestanden. Das Motto des Tages - "mit neuer Geistkraft erfüllen" - sei angelehnt an die Jahreslosung der evangelischen Kirche, sagte Stefanie Matulla, Referentin für Mädchen- und Frauenarbeit im Bistum Limburg, am Mittwoch, 13. September. Etwa 300 katholische und evangelische Frauen waren der Einladung von Dr. Beate Gilles, Dezernentin für Kinder, Jugend und Familie im Bistum Limburg, und Stefanie Matulla in die Stadthalle gefolgt. Der Tag und auch der Gottesdienst am Abend sollten explizit der ökumenischen Begegnung dienen, betonte Gilles.

Weihbischof Dr. Thomas Löhr, Bischofsvikar für die Ökumene, zitierte im ökumenischen Gottesdienst im Limburger Dom Bischof Dr. Georg Bätzing, der gesagt hatte, er halte es nicht für ein kleines Wunder, dass Katholiken und Protestanten heute gemeinsam feierten. "Das wäre noch vor 25 oder gar 50 Jahren undenkbar gewesen", fügte Löhr hinzu. "Uns eint die Gemeinsamkeit im Glauben und im Gebet, wie wir auch alle die eine Taufe empfangen haben." Löhr feierte die Vesper gemeinsam mit der stellvertretenden Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Ulrike Scherf. Sie nahm Bezug auf das Motto des Tages, indem sie sagte: "Auch in unserer ökumenischen Verbundenheit sehe ich eine Wirkung der Geistkraft, ganz besonders im Jahr des Reformationsjubiläums." Im Gottesdienst konnten sich die Gläubigen zudem segnen lassen. Ihnen wurde zugesprochen: "Du bist gesandt als Königin, Prophetin, Priesterin." Gerade weil nur im evangelischen Glauben Frauen auch Priesterinnen werden können, sei das ein lebendiges Zeichen dafür, "dass die verbindende Kraft stärker ist, als alles Trennende", sagte Scherf.

Frauen für den Fortschritt

Den Segensgedanken, dass die Geistkraft Frauen zu Prophetinnen, Königinnen und Priesterinnen mache, hatte auch Ricarda Moufang, Referentin im Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität Heilig Kreuz in Frankfurt, in ihrer Tischrede zu Beginn des Tags der Frauen aufgegriffen. Es sei die "ruach", die Geistkraft Gottes, die den Menschen das Leben einhauche. Gleichzeitig seien es die Frauen, die der Welt Leben gäben. Dabei sollten die Frauen keineswegs mit einer Rolleneinteilung zufrieden sein, sondern vielmehr nach Gleichberechtigung streben. "Es waren Frauen, die dem schwierigen Fortschritt der Menschheit Sanftmut und Fürsorge einhauchten", zitierte Moufang die englische Königin Elisabeth II.

In den Workshops am Nachmittag ging es darum, wie Frauen auf ganz verschiedene Weise zu Prophetinnen werden können - sozial, politisch und spirituell. So besuchten die Frauen ein Mütterzentrum, meditierten gemeinsam oder informierten sich über die Möglichkeiten zur Unterstützung geflüchteter Frauen.

Hintergrund

Der Tag der Frauen wird immer am Mittwoch der Kreuzwoche gefeiert. Darauf folgt am Donnerstag der Tag der Caritas und am Freitag der Tag der Orden. Die Kreuzwoche endet mit dem Kreuzfest. Alle Informationen zur Themenwoche gibt es auf: www.kreuzfest.bistumlimburg.de.(jh/fes)

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