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19.07.2015

Gäste aus aller Welt feiern mit

Großes Fest zum Jubiläum „25 Jahre Internationale Freiwilligendienste"

Beim 25. Jubiläum der Internationalen Freiwilligendienste wurde Weltkirche begeisternd konkret. Fotos: Bistum Limburg

LIMBURG / HADAMAR / WALDERNBACH - Afrikanische Trommelrhythmen, asiatische Gesänge, internationales Flair: Etwa 250 Gäste aus drei Kontinenten haben am Sonntag das 25. Jubiläum der Internationalen Freiwilligendienste im Bistum Limburg gefeiert. Weihbischof Dr. Thomas Löhr begrüßte zum Festgottesdienst in Waldernbach Freunde aus den Partnerbistümern Alaminos/Philippinen, Kumbo/Kamerun, Ndola/Sambia und Sarajevo/Bosnien-Herzegowina.

Der Limburger Weihbischof dankte allen Unterstützern der weltkirchlichen Arbeit des Bistums und den Freiwilligen für ihren partnerschaftlichen Dienst. "Die internationalen Freiwilligendienste sind lebendig", freute sich Löhr. In den letzten 25 Jahren seien viele Schritte gemacht worden, die zeigten, dass das Projekt auch heute nicht in die Jahre gekommen sei. Als Beispiel nannte Löhr das Reverseprogramm, mit dem seit 2013 Jugendliche aus den Partnerdiözesen für ein Jahr nach Deutschland kommen können. Durch die internationalen Freiwilligendienste seien "Brücken aus Menschen" zu den Partnerbistümern gewachsen, sagte Löhr.

Für eine Kultur des Willkommenheißens

Bischof George Nkuo, Bischof von Kumbo in Kamerun, forderte die Gläubigen in seiner Predigt auf, sich für eine "Kultur des Willkommenheißens" in Kirche und Gesellschaft einzusetzen. Ein Mensch, der Christus nachfolgen will, müsse lernen, andere willkommen zu heißen. "Die Kirche ist ein Platz der Gastfreundschaft und der Ort, wo Sünder willkommen geheißen werden", sagte Bischof George. Andere willkommen zu heißen sei der beste Weg, Zeuge für Christus zu sein. Die ehemaligen Freiwilligen aus Deutschland hätten während ihres Dienstes in den Partnerbistümern erleben dürfen, in der Fremde willkommen zu sein. Diese Erfahrung habe die Herzen der Jugendlichen tief geprägt. Aus schüchternen und manchmal auch ängstlichen Jugendlichen seien selbstbewusste Persönlichkeiten geworden, die Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen und die Idee des Brückenbauens in ihre Leben hineintragen.

Freiwillige sind Gesichter einer Partnerschaft

In ihrem Grußwort dankte Dr. Beate Gilles, Leiterin des Dezernates "Kinder, Jugend und Familie" den Freiwilligen, dass sie Botschafter für die Partnerschaften des Bistums seien. "Ich danke den Freiwilligen, die sich auf den Weg machen und der Partnerschaft ihr Gesicht geben" sagte Gilles. Der Freiwilligendienst sei für die jungen Menschen eine besondere Gelegenheit, ein Stück Weltkirche zu erfahren. Die Freiwilligen machten nicht nur wertvolle persönliche Erfahrungen, sondern seien auch die "Gesichter einer Partnerschaft".

"Im Kleinen wird bei den Internationalen Freiwilligendiensten Großes praktiziert", würdigte Torsten Gunnemann vom diözesanen Caritasverband das Engagement der Freiwilligen. In Zeiten internationaler Konflikte leisteten die internationalen Freiwilligendienste einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung. Dass sich die Jugendlichen auf einen langen Prozess mit Höhen und Tiefen einlassen, verdiene besonderen Respekt.

Partnerschaften des Bistums sind lebendig

"An diesem Wochenende wurde eindrucksvoll deutlich, wie lebendig die Partnerschaften des Bistums Limburg sind und welche wichtige Rolle die Freiwilligen spielen", sagte Michael Ziegler, Leiter der Fachstelle Freiwilligendienste im Bistum Limburg. Etwa 80 Personen seien bisher über die Fachstelle, die vom Bistum Limburg und dem diözesanen Caritasverband getragen wird, ins Ausland gereist. "Bei allem bin ich besonders froh, dass nicht nur junge Menschen aus unserem Bistum einen Dienst im Ausland leisten, auch kommen Freiwillige aus den Partnerbistümern nach Deutschland", meinte Ziegler.

Buntes Rahmenprogramm

Schon am Samstag hatten sich etwa 70 Personen getroffen, um sich in Gruppen mit Themen der Partnerschaftsarbeit zu beschäftigen. Bischof George Nkuo berichtete davon, wie sich der Terror der von Nigeria aus operierenden islamistischen Gruppe Boko Haram auf das Nachbarland Kamerun auswirkt. Das Motto der Jubiläumsfeierlichkeiten "Ihr werdet meine Zeugen sein bis an das Ende der Welt" wurde in einem Theater-Workshop szenisch dargestellt. An anderer Stelle konnten Solarlampen und Geldbörsen gebastelt werden. Außerdem erzählten ehemalige Freiwillige von ihren Auslandsaufenthalten. "Dieser Dienst hat mein ganzes Leben beeinflusst", berichtete etwa Dirk Wingenfeld 20 Jahre nach seinem Auslandsaufenthalt von 1995 bis 1997 in Guatemala. Bis ins Jahr 2006 sei er jeden Sommer wieder nach Guatemala geflogen, um die Kinder aus dem Heim, in dem er arbeitete, zu besuchen. Noch heute pflege er die Kontakte. Besonders freue er sich darüber, dass eines der Kinder den Sprung aus der Armut geschafft habe und heute als Deutschlehrer an der Universität in Bogota arbeite.

Ehemalige Freiwillige in den Blick nehmen

Künftig will das Bistum Limburg ehemalige Freiwillige stärker in den Blick nehmen. "Uns ist es sehr wichtig, auch nach dem Dienst Kontakt zu den Freiwilligen zu halten", erklärt Barbara Reutelsterz, Referentin in der Fachstelle. Schon jetzt werden Ehemalige in die Vorbereitung der neuen Freiwilligen eingebunden und zum jährlichen Begegnungsfest eingeladen. Hier treffen sie sich zusammen mit den Familien der Freiwilligen, die kurz vor ihrer Ausreise stehen und den Eltern, deren Kinder gerade im Ausland sind, erklärt Reutelsterz. Während des Jubiläums haben Workshop-Teilnehmer neue Ideen entwickelt, um die Rückkehrer-Arbeit zu intensivieren.

Hintergrundinformation: Die Fachstelle Freiwilligendienste im Bistum Limburg ist eine Einrichtung in gemeinsamer Trägerschaft des Bistums Limburg, Dezernate Kinder, Jugend und Familie und des Caritasverbandes für die Diözese Limburg e.V. Sie bietet unterschiedliche Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene in den Bereichen der Freiwilligendienste in sozialen und pastoralen Einrichtungen an und gewährleistet die fachliche und persönliche Begleitung der Arbeit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Ihr Auftrag ist es, neue und vielfältige Formen von Sozialen Lerndiensten zu entwickeln, die geeignete soziale und pastorale Lernfelder für eine "diakonische Jugendarbeit" und eine "Kultur des Sozialen" bieten.Bis 15. Oktober läuft die Bewerbungsfrist für einen Freiwilligendienst in einer der Partnerdiözesen, Ausreise im Sommer 2016. Ein Inlandsdienst kann ganzjährig begonnen werden.

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