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01.12.2017

Familienpastoral braucht Vernetzung

Auswertungstreffen beim "Netzwerk Familienpastoral"

Kirchliche Angebote für Familien müssen stärker gebündelt werden. Symbolbild: KNA

WIESBADEN.- Drei Jahre lang hat das Bistum Limburg in seinem "Netzwerk Familienpastoral" innovative Ideen für eine neue Familienpastoral begleitet und unterstützt. Am Dienstag, 28. November, haben sich nun 50 Beteiligte, darunter Ehrenamtliche, die 15 Familienprojekte initiiert haben, im Wiesbadener Roncalli-Haus zu einem Erfahrungsaustausch getroffen. Unter den Gästen des Auswertungstreffens war auch Bischof Georg Bätzing und Beate Gilles, Leiterin des Dezernates Kinder, Jugend und Familie im Bischöflichen Ordinariat.

Familien mit niedrigschwelligen Angeboten ansprechen

"Vielen Projekten ist der Wunsch gemeinsam, vertrautes Terrain zu verlassen und Familien durch niedrigschwellige Angebote anzusprechen. Kirche muss dahingehen, wo sie sich im ihrem Alltag aufhalten", betonte Edwin Borg, Projektverantwortlicher im "Netzwerk Familienpastoral". Familien kämen heute nicht mehr selbstverständlich in die Kirche. Vielmehr müsse Kirche heute auf Spiel- und Marktplätze gehen, in Turnhallen oder mit mobilen Familiencafés unterwegs sein, um Familien zu erreichen.

Für eine moderne Familienpastoral sei es nötig, sich gegenseitig zu vernetzen. Dies zeigte sich auch an den Teilnehmern der Auswertung: Verantwortliche aus den Bereichen Gemeindepastoral, Kindertagesstätten, Familienbildung, Caritasarbeit und Ehrenamt kamen nach Wiesbaden. Kirchliche Angebote für Familien müssten heute in Familienzentren gebündelt werden, nannte Borg ein Ergebnis der Auswertung. Nur so könne man schon früh Familien begleiten und wirksam unterstützen. Insbesondere die familienpastorale Arbeit in Kindertagesstätten gewinne an Bedeutung.

Kirchenentwicklung muss wachsen

"Kirchenentwicklung lässt sich keinesfalls erzwingen, sondern lebt auch von der Gelassenheit, nicht immer sofort zu wissen, was gerade an der Zeit ist", sagt Borg weiter. Einige Projekte hätten erst über Umwege entdeckt, welche Angebote für die Familien wirklich attraktiv und hilfreich seien.

Eine Herausforderung für die Projekte sei auch eine fehlende Offenheit für Neues in manchen Pfarrgemeinden gewesen, gibt Borg Erfahrungen der Teilnehmer wider. Nicht immer stießen Menschen, die sich mit neuen Ideen und ungewöhnlichen Angeboten an die Öffentlichkeit wagen wollen, auf Verständnis und Unterstützung. In den Pfarreien gebe es "unterschiedliche Geschwindigkeiten", so Borg.

Die Ergebnisse der Auswertung der Projektgruppe werden in die Arbeit der neu geschaffenen Fachstelle Familienpastoral einfließen. Acht Pfarreien werden noch im Rahmen des Netzwerkes Familienpastoral begleitet. Die neue Fachstelle Familienpastoral will in den kommenden Jahren weitere Pfarreien bei Innovationen in der Familienarbeit unterstützen. (clm)