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15.05.2017

Alte Handys für Trauma-Patienten spenden

Konflikt im Kongo: Bischöfe und Bürgermeister in Fußgängerzone

Trotz Todesdrohungen klagt der kongolesische Erzbischof Maroy Menschenrechtsverletzungen und Massenvergewaltigungen an. Foto: missio

LIMBURG.- Was haben unsere Mobiltelefone mit dem Krieg im Kongo zu tun? Am 20. Mai informieren der kongolesische Erzbischof Francois-Xavier Maroy, der Limburger Bischof Georg Bätzing sowie der Bürgermeister der Lahnstadt, Marius Hahn, über die Zusammenhänge zwischen dem Krieg im Kongo, Konfliktmineralien in Smartphones sowie fairen Handel. Mit der Aktion von 10 bis 11 Uhr in der Limburger Fußgängerzone (Werner-Senger-Straße, nahe Rathaus, gegenüber Karstadt) werben die Bischöfe und der Bürgermeister auch für die Aktion "Mein altes Handy für Familien in Not" des katholischen Hilfswerks missio in Aachen. Wer ein altes, nicht mehr genutztes Handy zu Hause hat, kann an dem Tag sein Mobiltelefon spenden und damit traumatisierte Bürgerkriegsopfer im Kongo unterstützen.

Spender können faires Smartphone gewinnen

"Mit jedem abgegebenen Handy unterstützen Menschen den Aufbau von Trauma-Zentren im Kongo. Außerdem tun sie etwas Gutes für die Umwelt. Die Rohstoffe können recycelt werden und kommen erneut in den Wertstoffkreislauf", erklärt Jacqueline Schlesinger, missio-Referentin im Bistum Limburg. Mit der Aktion, die von missio, der Jugendkirche Crossover, dem Weltladen sowie der FairTrade-Town Limburg gestaltet wird, solle aber auch auf bessere Alternativen hingewiesen werden. "Es gibt saubere Produkte, die in Hessen gefertigt werden. Wir verlosen ein faires Shiftphone unter allen Spendern. Gutes zu tun, lohnt sich", so Schlesinger.

Maroy engagiert sich trotz Todesdrohungen

Die Demokratische Republik Kongo gehört zu den rohstoffreichsten Staaten der Welt. Im Osten des zentralafrikanischen Landes tobt seit Jahrzehnten ein Krieg mit schweren Menschenrechtsverstößen wie Massenvergewaltigungen oder Vertreibungen. Rebellen erobern gezielt Gold- oder Coltan-Vorkommen, um ihre Konflikte mit dem illegalen Verkauf zu finanzieren. Die Rohstoffe landen über dubiose Wege in Smartphones und Mobiltelefonen. "Für Rebellen und Kriegstreiber ist der katholische Erzbischof Maroy ein Dorn im Auge. Trotz mehrfacher Todesdrohungen prangert er weiter Menschenrechtsverletzungen und illegale Geschäfte an, mit denen das Leid der Zivilbevölkerung verlängert wird", erklärt Schlesinger. Auf seiner Europareise wird Maroy auch die Rolle der Europäischen Union thematisieren. Ein Appell, den bisher 140 Bischöfe unterzeichnet haben, fordert die Gemeinschaft auf, eine Sorgfaltspflicht für die Lieferketten bei Konfliktmineralien einzuführen, um damit die Finanzierung von Bürgerkriegen zu beenden. Derzeit erarbeitet die EU ein entsprechendes Gesetz. (clm)