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10.10.2017

Vom Rhein in den Westerwald

Bistum trauert um Pfarrer i.R. Hermann Kranz

Das Bistum Limburg trauert um Pfarrer i.R. Hermann Kranz. Der Seelsorger ist am 8. Oktober 2017 im Alter von 82 Jahren in Bad Ems gestorben.

Hermann Kranz wurde am 8. Mai 1935 in Kaub geboren. Von 1941 bis 1946 besuchte er die dortige Volksschule, trat danach in die Sexta des naturwissenschaftlichen Gymnasiums "Institut Hofmann" in St. Goarshausen ein und wechselte, da ihn die humanistische Schulbildung mehr interessierte, 1949 auf die Johannesschule in Niederlahnstein. Im Februar 1956 erhielt er das Zeugnis der Reife, trat zwei Monate später in das Priesterseminar in Sankt Georgen in Frankfurt ein und absolvierte dort, unterbrochen von zwei Freisemestern an der Universität München, seine philosophischen und theologischen Studien.

Am 9. Dezember 1962 spendete ihm Bischof Dr. Wilhelm Kempf im Limburger Dom die Priesterweihe.

Nach der Weihe führte ihn sein Weg zunächst als Praktikant nach Frankfurt in die Pfarrei St. Josef, bevor er als Kaplan der Pfarreien Salz (April 1963 bis April 1966) und Wirges (April 1966 bis Juni 1969) in den Westerwald kam. Als Kaplan kehrte er im Juni 1969 nach Frankfurt zurück, erneut in die Pfarrei St. Josef.

Auf Wunsch des Bischofs hin übernahm Kaplan Kranz zum 1. Juni 1971 die Pfarrei St. Peter und Paul in Weidenhahn und wurde zum Pfarrer ernannt. Zum 1. August 1986 wurde er zusätzlich zum Pfarrer von St. Margaretha in Hahn am See mit der Kirchengemeinde St. Margaretha in Herschbach ernannt. Schon zuvor war Pfarrer Kranz dort als Pfarrverwalter tätig - in Hahn von Mai bis September 1980, in Salz von August 1982 bis August 1983. Darüber hinaus übernahm Pfarrer Kranz im Dekanat Meudt Verantwortung, zunächst als Dekan (Oktober 1983 bis Oktober 1988), später als stellvertretender Dekan (November 1988 bis August 2005).

Vom Rhein kommend wurde Pfarrer Kranz im Laufe von über vier Jahrzehnten ein "Westerwälder". Nicht nur, dass ihm die Region zur Heimat wurde, auch die Menschen in seinen Pfarreien lagen ihm sehr am Herzen. Wer ihn kennenlernte, spürte schnell, dass er mit Leib und Seele und getragen von einer großen Freude an seinem Dienst ein glaubwürdiger und engagierter Hirte und Seelsorger war. Bis ins Alter hinein bewahrte sich Pfarrer Kranz eine Zufriedenheit, Zuversichtlichkeit und Dankbarkeit, die ihn sagen lassen konnte: "Auf schönem Land fiel mir mein Anteil zu. Ja, mein Erbe gefällt mir gut."

Zum 1. August 2005 trat Pfarrer Kranz in den Ruhestand. Solange es sein Gesundheitszustand erlaubte, übernahm er in den umliegenden Pfarreien priesterliche Dienste. Im Oktober 2016 zog er aus Herschbach weg, verlegte seinen Wohnsitz in das Ignatius-Lötschert-Haus nach Horbach und verbrachte dort eine erfüllte Zeit. Mit großem Gottvertrauen nahm er die Beschwernisse des Alters an. Fünf Tage vor seiner plötzlichen Erkrankung ging sein Wunsch in Erfüllung, noch einmal die alte Heimat und seine damalige Schule zu besuchen. Begleitet vom Gebet seiner ehemaligen Gemeinde im Sonntagsgottesdienst in Herschbach verstarb er in der Klinik in Bad Ems.

Das Requiem wird am Donnerstag, 12. Oktober 2017, um 14:30 Uhr in der katholischen Kirche St. Margaretha in 56414 Herschbach (Oberwesterwald) gefeiert. Anschließend erfolgt die Beerdigung auf dem dortigen Friedhof. Die Priester und Diakone sind eingeladen, in Chorkleidung teilzunehmen.