Hoher Dom zu Limburg

Die Weihnachtskrippe im Hohen Dom zu Limburg

Die Krippenlandschaft im Eingangsbereich lädt ein, die verschiedenen Etappen des Kommens Gottes in unsere Welt als Illustration der kirchlichen Liturgie des Advents und des Weihnachtsfestkreises im Bilde zu betrachten. Es ist eine sogenannte „Stationskrippe". Neun verschiedene Szenen werden ins Bild gesetzt.

Erste Station: Johannes der Täufer in der Wüste (Foto: T. Steiger/Bistum Limburg)

Das erste Bild zeigt bereits zum ersten Advent Ende November den Rufer in der Wüste, Johannes den Täufer, der aufruft: „Bereitet dem Herrn den Weg, ebnet ihm die Pfade. Das dürre Land lasse frisches Grün sprießen, denn die Herrlichkeit Gottes wird offenbart." Es folgt der Besuch des Erzengels Gabriel bei Maria in Nazareth. Vor der Ankunft und Niederkunft in Bethlehem ist die Herbergssuche von Maria und Josef, der einen Esel führt, dargestellt. Auch nach der Darstellung der Geburt sorgen besondere Elemente für freudige Überraschungen an der Limburger Krippe: Engel spielen zum Konzert auf, die Hirten eilen mit zahlreichen Schafen und Ziegen von ihren Feldern und die Drei Weisen kommen mit Kamel und Elefant aus dem Morgenland herbei.

Sascha aus Kölbingen und Philipp aus Stockum-Püschen und Helfer bauen seit rund sieben Jahren voller Können und Leidenschaft die Landschaft. Hintergrund sind interessanterweise nicht die Hügel Judäas mit den orientalischen Kuppelbauten, sondern die einheimische Landschaft des Bistums von Süd nach Nord, von Frankfurt (Bartholomäusdom), Wiesbaden (St. Bonifatius) und Rheingau über Bad Camberg (Kreuzkapelle) nach Wetzlar (Simultankirche), den Westerwald (Abtei Marienstadt) bis zur Lahnmündung (Lahnstein).

Was einst in der Wüste Judäas, bei der Verkündigung in Nazareth, der Herbergssuche und bei der Geburt Jesu in Bethlehem, der Anbetung durch die Hirten und die Weisen und die Darstellung im Tempel zu Jerusalem, geschehen ist, wird neu präsent in unserer Zeit und unserem Land! Wo Jesus, dem Heiland, die Türen der Kirchen, der Herzen der Familien geöffnet werden, entsteht auch mitten unter uns „Heiliges Land".

Bild: T. Steiger/Bistum Limburg

Die äußerst ausdrucksstarken Figuren und Tiere stammen von der Holzschnitzerei Klucker- Pfaffenzeller aus Oberammergau, die mit dem Bayrischen Staatspreis ausgezeichnet worden ist. Michael Pfaffenzeller ist Holzbildhauer und Fassmaler. Er schnitzt die Krippenfiguren aus Lindenholz und bemalt sie auch. Seine Frau Juliane bekleidet diese kunstvoll mit edlen Stoffen. Hinzu kommt, dass die Hände und Füße der Figuren sich bewegen lassen, Maria tatsächlich das Kind Jesu in ihre Arme nehmen und der greise Simeon voll Ehrfurcht und Glaube seine Hände dem Knaben entgegenstrecken kann, den er als „Licht zur Erleuchtung der Heiden erkennt".

Die Krippe scheint fast ungeschützt im Eingangsbereich des Domes nicht nur den Blicken sondern auch den Händen der Betrachter ausgesetzt und ausgeliefert. Auch dies ein Bild dafür, wie nahe uns der große Gott in Jesus kommen wollte? Er entäußerte sich...verließ den Himmelsthron und wollte ganz klein und verletzbar unser Menschsein in all seinen Etappen durchleben und durchleiden. Greifbare Zeichen für das neue Leben, das die Wüste zum Blühen bringt, sind die Vielzahl von Pflanzen und Bäumchen, aus Steinchen geschaffene Wege und ein kleiner See, in den ein kleiner Bach- der Jordan?- hineinplätschert, den die Krippenbauer fantasievoll und liebenswert gestalten.

Vom 27. November 2016 (erster Advent) bis nach Darstellung des Herrn im Tempel 2. Februar 2017 erwärmt diese schöne Krippe bzw. biblische Landschaft Jung und Alt, Gesunde und Kranke, Gläubige oder suchende Betrachter, Gemüt, Herz und Sinn, sicher auch Sie!

Herzlich willkommen in „Bethlehem" vom Limburger Dom St. Georg! (9 Uhr bis 17 Uhr Öffnungszeiten in der Winterzeit).

„Herbei, o ihr Gläub‘ gen, singet Jubellieder und kommet, o kommet nach Bethlehem!"

„Einer von Christi Jüngern zu sein bedeutet,...auf wundervolle Weise seine Glieder zu werden...indem in jedem von uns sein ganzes irdisches Leben sich wiederholt, seine Geburt,...sein Fasten, seine Versuchung,...”(Sel. John Henry Cardinal Newmann).

Faltblatt zur Krippe