Die Geschichte des Bistums Limburg

Die ersten Jahrzehnte des neuen Bistums sind geprägt von dem spannungsreichen Verhältnis zum nassauischen Staatskirchentum. Die Kirche strebt zunehmend nach mehr Eigenständigkeit. Allen voran setzt sich Bischof Peter Joseph Blum in seiner Amtszeit offensiv für die Freiheit von staatlicher Bevormundung ein. Im Kulturkampf muss er das Land verlassen und ins Exil gehen. Ab 1866 beginnt die "preußische Zeit" des Bistums, da das Herzogtum Nassau zusammen mit Hessen-Kassel und der Freien Stadt Frankfurt in die preußische Provinz Hessen-Nassau eingegliedert wird. Als Integrationsfigur für die Zeit nach dem Kulturkampf gilt Bischof Willi Dominicus, der ab 1898 der sechste Bischof von Limburg ist. Unter seiner Ägide wird vor allem das Ordensleben gestärkt.

Nach dem ersten Weltkrieg, in der Zeit der Weimarer Republik, wird die Hochschule St. Georgen in Frankfurt gegründet. Hier wirken bis heute weit über die Bistumsgrenzen hinaus bekannte katholische Wissenschaftler wie Professor Oswald von Nell-Breuning, der die Grundlagen der katholischen Soziallehre entwickelte.

Eine Zäsur in der Bistumsgeschichte stellt die Zeit des Nationalsozialismus dar, in der auch die katholische Kirche bedrängt wird. Die katholischen Jugendorganisationen, konfessionellen Schulen und Kindergärten sowie der Religionsunterricht an staatlichen Schulen werden verboten. Klöster werden aufgehoben, in St. Georgen wird der Lehrbetrieb durch Hausdurchsuchungen und Verhaftungen behindert. Auch Pallottiner aus dem Limburger Missionshaus werden immer wieder verhaftet. Der damalige Frankfurter Stadtpfarrer Alois Eckert ist von Februar bis Mai 1937 in Strafhaft, weil er sich weigert, die Kirche zum "Tag der Bewegung" am 9. November 1935 zu beflaggen. In Frankfurt protestieren auch einzelne Geistliche gegen die Novemberpogrome 1938. Limburger Bischof in dieser Zeit ist Antonius Hilfrich. Er agiert in der Auseinandersetzung mit den Nationalsozialisten zurückhaltend, protestiert aber in aller Schärfe im August 1941 beim Reichsjustizministerium gegen die Euthanasie-Morde in Hadamar. Sein Nachfolger, Ferdinand Dirichs, der 1947 ins Amt kommt, gilt als treibende Kraft des Klerus im Widerstand gegen die Nationalsozialisten.

TAGESEVANGELIUM

In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine Brüder zu ihm; sie konnten aber wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen. Da sagte man ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen. Er erwiderte: Meine Mutter und meine Br Mehr...
Lk 8,19-21