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12.05.2017

Gemeinsam nah beim Menschen

Bischof Bätzing besuchte katholischen Bezirk Main-Taunus

Beschenkt mit vielen Eindrücken und Begegnungen: Bischof Dr. Georg Bätzing besuchte den Katholischen Bezirk Main-Taunus. (Fotos: Bistum Limburg)

HOFHEIM/FLÖRSHEIM.- Mit festlichem Glockengeläut und viel Herzlichkeit haben die Gläubigen Bischof Dr. Georg Bätzing im katholischen Bezirk Main-Taunus begrüßt. Am Donnerstag, 11. Mai, machte der neue Limburger Bischof auf seiner Kennenlern-Tour durch das Bistum Limburg zwölf Stunden lang Halt in der Region. Das umfassende Besuchsprogramm ermöglichte es, dass der Bischof einen guten ersten Eindruck vom kirchlichen Leben im Bezirk gewinnen konnte.

Viele Eindrücke und großartige Begegnungen

"Meine Stippvisite war voll mit vielen Eindrücken und mit großartigen Begegnungen", erklärte Bischof Georg Bätzing. Er habe erlebt, dass Kirche im Main-Taunus bunt, lebendig und voller Aufbrüche sei. Ein Schwerpunkt des Engagements liege in der sozialpolitischen Arbeit. "Im Netzwerk mit anderen Partnern sind wir nah bei den Menschen und suchen gemeinsam nach Lösungen, wo Not herrscht. Gemeinsam können wir viel bewegen", so der Bischof. In Hofheim kam er mit genau diesen Partnern von Stadt, Landkreis, Caritas, Diakonie und Ökumene zusammen. Gemeinsam besuchten sie das Sozialbüro, in dem mehr als zweitausend Beratungen pro Jahr stattfinden. Beratungen von Menschen mit den unterschiedlichsten sozialen Anliegen. "Das Sozialbüro ist ein Seismograf für gesellschaftliche Entwicklungen und Themen", so der Bischof. Es sei gut, dass es solche Angebote gebe und das Herausforderungen gemeinsam angegangen würden. Vernetzung sei hier eine wichtige Handlungsmaxime und mache viele Angebote erfolgreich. Viel über die Herausforderungen der Region und die Lebenssituation der Menschen erfuhr der Bischof dann auch in einem Fachgespräch mit den Partnern. "Es ist gut, dass wir gemeinsam bei den Menschen in ihrer konkreten Not sind. Hier in der Region gibt es viel Wohlstand. Es gibt aber auch viele Menschen, die unsere Hilfe mehr brauchen als andere", so Bischof Bätzing.

Positive Erfahrungen mit Kirche ermöglichen

Für den Bischof ist es wichtig, dass es bei den Stippvisiten auch immer viel Raum für Begegnungen gibt. So war es auch im Main-Taunus. Am Vormittag traf er sich mit den Pfarrsekretärinnen und dem Pfarrsekretär in Sulzbach. Gemeinsam tauschte man sich zunächst über das Wort Gottes aus (Schriftgespräch). Anschließend ging es um die konkreten Erfahrungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pfarrbüros und Kontaktstellen. "Ihr Beruf hat sich in den vergangenen Jahren sehr verändert und wird auch künftig viele Herausforderungen mit sich bringen. Bei allen Veränderungen spüre ich aber auch, wie sehr Sie im Glauben und in Ihren Pfarreien und Kirchorten verwurzelt sind. Danke, dass Sie dieses Abenteuer mit uns wagen", sagte Bätzing im Gespräch. Pfarrsekretärinnen und Pfarrsekretäre seien immer noch vielerorts die Erstansprechpartner und trügen auch deshalb ganz wesentlich dazu bei, dass Menschen positive Erfahrungen mit Kirche machten.

Aufbrüche in der Pastoral

Um genau diese positiven Erfahrungen und um Aufbrüche in der Pastoral geht es auch den Seelsorgerinnen und Seelsorgern im Bezirk. Strukturfragen und die anstehenden Gründungen von neuen Pfarreien haben viel Kraft gekostet und teilweise auch die Zusammenarbeit mit der Bistumsleitung belastet. Jetzt gehe es darum, Themen, Schwerpunkte und Visionen zu entwickeln, damit der Glaube und das Wort Gottes weitergegeben werden kann. "Im Bezirk sind Aufbrüche und viel Leidenschaft für die Kirche und den Glauben spürbar", so der Bischof. Mit Blick auf die Veränderungen und auch mit dem Prozess der Kirchenentwicklung müsse in den kommenden Jahren nun Wege gefunden werden, wie Ressourcen geschaffen werden, die Raum geben um experimentieren zu können. "Ich ermutige Sie, sich gegenseitig auf diesem Weg zu stützen", sagte Bätzing.

Apostelgeschichte berichtet vom Wachstum

Höhepunkt der Stippvisite war der Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Gallus in Flörsheim. In seiner Predigt fasste der Bischof seine Eindrücke zusammen. "Ich habe einen Bezirk erlebt mit vielen lebendigen Traditionen, mit Aufbrüchen und mit ganz vielen Engagierten", lobte der Bischof. Er machte deutlich, dass es beim Nachdenken über die Zukunft der Kirche darum gehen müsse, über Strukturfragen und über Fragen rund um den Einsatz von finanziellen und personellen Ressourcen hinaus zu kommen: "Wir müssen fragen, wo wir zusammenstehen, wie wir auf das Wort Gottes hören und was der Wille Gottes heute für uns ist", sagte der Bischof. Die Apostelgeschichte ist von der Begegnung an Ostern gekennzeichnet und erzählt vom Wachstum. "Paulus spricht von der Befreiung des Volkes. Mitten in dieser Geschichte steht Jesus. Die Begegnung mit dem lebendigen Christus inspiriert und ermutigt", so der Bischof. Das Wort Gottes wolle auch heute noch wirken. Jeder Christ sei eingeladen vom Glauben, vom Wort Gottes und vom Leben mit Christus zu sprechen. "Dazu will ich Sie heute ermutigen", rief der Bischof den Gläubigen zu. (StS)

Die Kennenlern-Tour des Bischofs geht am Donnerstag, 18. Mai 2017, im katholischen Bezirk Untertaunus weiter.

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