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29.06.2017

Der Charme von Grenzerfahrungen

Bischof besucht katholischen Bezirk Limburg

Prägend für den Bezirk Limburg sind die regionalen Wallfahrtsorte wie die Herzenbergkapelle, der Blasiusberg, die Kreuzkapelle in Bad Camberg oder auch die Marienkapelle in Beselich. (Fotos: Bistum Limburg)

HADAMAR.- "Wer im katholischen Bezirk Limburg unterwegs ist, macht Grenzerfahrungen, da der Bezirk Anteile in zwei Bundesländern hat", erklärt Bezirksreferent Dr. Georg Poell. Die mehr als 80.000 Katholiken im Bezirk leben sowohl in Hessen und in Rheinland-Pfalz. Eine weitere natürliche Grenze im Bezirk ist die Lahn und eine dritte, die Autobahn 3. "Es ist im Bezirk spürbar, dass die Menschen gelernt haben, mit diesen Grenzen zu leben und zu überwinden", sagt Poell. Dennoch sei ein Zusammenhaltsgefühl nicht automatisch gegeben, sondern muss immer wieder mit verbindenden Erfahrungen gestärkt werden. Davon gebe es "Gott sei Dank" genug. Der Bezirk hat sich intensiv damit befasst, wie Seelsorge (Pastoral) auf dem Land gestaltet werden kann. Ökumene, Spiritualität, Mobilität und auch Inklusion sind hier zu wichtigen gelebten Anknüpfungspunkten geworden. "Wir spüren, dass wir gemeinsam über Grenzen hinweg Impulse in die Gesellschaft hinein setzen können", so Georg Poell. Impulse, die nachhaltig prägten und die deutlich machen, wie vielfältig die Region und die Menschen, die hier leben, seien. Von dieser Vielfalt soll auch Bischof Dr. Georg Bätzing bei seiner Stippvisite im Bezirk einen Eindruck gewinnen.

Absolute Diaspora und pralles katholisches Leben

Flächenmäßig ist der Bezirk Limburg nach dem Bezirk Lahn-Dill-Eder mit seinen 1.061 Quadratkilometern der zweitgrößte in der Diözese. Diese Größe bedeutet auch weite Wege. Der Anteil der Katholiken an der Bevölkerung liegt bei knapp 37 Prozent. Wieder eine Grenzerfahrung: "Wir haben Ortschaften in unserem Bezirk, in dem die Katholiken in der absoluten Minderheit leben. Und es gibt Ortschaften, da wird das pralle katholische Leben gepflegt", sagt Poell. Eine Wechselseitigkeit, die durchaus ihren Charme habe. Die Menschen im Bezirk seien sehr mobil, da sehr viele von Ihnen täglich zur Arbeit pendeln müssten. Es gebe keine großen Arbeitgeber oder industrielle Ansiedlungen. Der Mittelstand präge die Region. Eng damit verbunden sei die Tatsache, dass es Ortschaften gebe, die wachsen und in denen sich junge Familien ansiedelten. Andererseits gebe es auch die Erfahrung von wegbrechenden Infrastrukturen und Überalterung. "In unserem Bezirk gibt es regionale Zentren wie etwa Diez, Weilburg, Mengerskirchen, Hadamar, Villmar oder auch Bad Camberg", erklärt Georg Poell. Jedes dieser Zentren habe seine eigene Prägung und stehe wieder für die Vielfalt im Bezirk. Prägend sind zudem die vielen regionalen Wallfahrtsorte im Bezirk: Viele Menschen fühlen sich mit dem Herzenberg, dem Blasiusberg, der Kreuzkapelle oder auch der Marienkapelle in Beselich verbunden.

Pfarreiwerdungsprozesse und Kirchenentwicklung gemeinsam anpacken

Die Katholiken im Bezirk Limburg leben in sechs Pastoralen Räumen und in der Pfarrei neuen Typs St. Peter und Paul Bad Camberg. Bis zum Jahr 2021 sollen alle Pfarreiwerdungsprozesse im Bezirk abgeschlossen sein. Der Zuschnitt der neuen Pfarreien ist bereits beraten und wurde von Weihbischof Manfred Grothe als Apostolischer Administrator in Kraft gesetzt. "Wir sind der Bezirk im Bistum in dem die Pfarreiwerdungsprozesse und der Weg der Kirchenentwicklung zusammen angegangen werden", sagt Poell. Darin sieht der Theologe eine große Chance und die Herausforderung, das Ehrenamtliche und Hauptamtliche in diesen Veränderungsprozessen gut begleitet werden müssen. "Wir stehen am Anfang eines spannenden Weges. Wir werden neu über Rollen in der Pastoral, über Leitung, über Visionen, über Charismen und Berufungen und vieles mehr ins Gespräch kommen und in einen breiten Erfahrungsaustausch kommen", so Georg Poell. Er ist optimistisch, dass Aufbrüche möglich sind, denn der größte Schatz, den es im Bezirk gebe seien "viele engagierte Menschen". (StS)

Weitere Meldungen und Eindrücke zur Kennenlerntour des Bischofs durch das Bistum finden Sie unter: www.bistumlimburg.de/bezirksbesuche. 


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