Limburg, 31.03.2026
Klosterleben, Künstliche Intelligenz und die Liebe zur Chormusik
Von April bis Oktober verbinden insgesamt 17 Lesungen, Konzerte und Gespräche historische Perspektiven mit aktuellen Fragen – bei überwiegend kostenfreiem Eintritt. Gleichzeitig prägen Kooperationen mit Schulen, Hochschulen und Bildungseinrichtungen das Programm wesentlich. Dabei werden Schülerinnen und Schüler nicht nur als Publikum angesprochen, sondern aktiv eingebunden – etwa durch eigene Veranstaltungen und gemeinsame Projekte.
Chormusik und Jazz
Ein inhaltlicher Schwerpunkt liegt im diesjährigen Programm auf Musik und Gemeinschaft. Der bekannte Schriftsteller Stefan Moster geht in drei Chorlesungen der Frage nach, warum Singen Menschen verbindet. Seine Lesungen werden mit Chorprojekten kombiniert – unter anderem mit einem Chor des Landesmusikgymnasiums Montabaur. Die beiden Konzertlesungen mit Uwe Steinmetz „Pilgern im Klang“ führen mitten in die Klangwelt der 1920er Jahre – aber auch darüber hinaus. Jazz erscheint hier als globale Sprache und als spirituelle Praxis. Das Saxophon, ein Symbol des „Jazz Age“, wird zum Ausgangspunkt für eine musikalische Reise, die historische Wurzeln mit gegenwärtigen Erfahrungen verbindet.
Kulinarisches Denken: „Buddha in der Küche“
Ein besonderes Highlight ist die kulinarische Lesung mit dem Gastrophilosophen Harald Lemke. Unter dem Titel „Buddha in der Küche“ wird Essen zum philosophischen Thema. Mit kulinarischer Begleitung verbindet der Abend Genuss und Reflexion und knüpft an die spirituellen Suchbewegungen der 1920er Jahre an. Die Frage lautet: Wie kann sich eine bewusste Lebenshaltung im Alltag – etwa beim Essen und Teilen – verwirklichen?
KI und Medien: Fragen der Gegenwart
Mit dem Vortrag des Philosophen und Unternehmensberaters Eduard Zwierlein rückt die Gegenwart in den Fokus. Künstliche Intelligenz und soziale Medien werden als neue Form der „Beschleunigung“ gelesen – vergleichbar mit den Medienumbrüchen der 1920er Jahre. Im Zentrum stehen Fragen nach Freiheit, Beziehung und Selbstbestimmung in einer digital geprägten Welt.
Spirituelle Suche
Die Lesung des neuen Abts der Benediktinerabtei Maria Laach, Mauritius Wilde, greift ein Thema auf, das damals wie heute aktuell ist: die Suche nach innerer Ruhe. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Institution „Kirche“, sondern die Praxis – Gelassenheit, Achtsamkeit und eine neue Form von Lebenskunst. Das Kloster wird dabei als Erfahrungsraum für heutige Fragen sichtbar.
Regional verankert und vernetzt
Der Schwerpunkt der Veranstaltungen liegt im Westerwald und im Rhein-Lahn-Kreis, gleichzeitig spannt die Reihe ein Netzwerk über die Region hinaus. Über Kooperationen verbindet sich DENKBARES mit der Katholischen Erwachsenenbildung, dem Haus Wasserburg in Vallendar sowie der Ökumene in der Festungskirche Ehrenbreitstein. Die vielfältigen Veranstaltungsorte werden so zu Knotenpunkten eines Dialogs zwischen Kirche, Kultur und Gesellschaft. „DENKBARES kooperiert seit seiner Gründung mit Bildungseinrichtungen ebenso wie mit kirchlichen und kulturellen Partnern. So entsteht ein Netzwerk, das kulturelle Bildung in die Region hineinträgt“, sagt Martin W. Ramb, Festivalleiter und Beauftragter des Bistums Limburg für den Kultursommer Rheinland-Pfalz.
Denken als gemeinsames Erlebnis
DENKBARES versteht sich als philosophisch-literarisches Format mit klarem regionalem Fokus. DENKBARES steht seit 2015 für den Dialog zwischen Philosophie, Theologie und Kultur – immer im Gespräch mit dem Publikum und immer mit Blick auf die Gegenwart. „Wir wollen zeigen, dass die Fragen der Goldenen Zwanziger heute wieder aktuell sind – und dass man ihnen gemeinsam, im Gespräch und in konkreten Formaten, neu begegnen kann“, so Ramb.
Weitere Informationen: www.denkbares.org