LIMBURG / FRANKFURT. Das Bistum Limburg wird die Finanzausstattung seiner 340 Gemeinden ab 2009 spürbar erhöhen. Dies hat der Finanzdirektor des Bistums, Hans-Peter Althausen, am Dienstag (17.6) in Limburg angekündigt. „Durch Erfolge bei der weiterhin wichtigen Sparpolitik und die zur Zeit guten Steuereinnahmen ist das Bistum in der Lage, die Kirchengemeinden finanziell besser auszustatten“, erklärte Althausen bei einer Veranstaltung für die Vorsitzenden der Verwaltungsräte der Kirchengemeinden am Dienstagabend in Limburg. Althausen verwies auf eine entsprechende Entscheidung des Diözesankirchensteuerrates und auf den Jahresabschluss des Bistums für 2007. Durch die erfreulich positive Finanzentwicklung und den konsequenten Sparkurs konnte die Diözese nach Angaben des Finanzdirektors im vergangenen Jahr insgesamt rund 3,3 Millionen Euro für künftige Bauaktivitäten der Kirchengemeinden zurücklegen. Weitere 3,2 Millionen Euro konnten der Baustiftung des Bistums überwiesen werden: Etwa 85 Prozent der Erträge des Stiftungsvermögens werden zukünftig ebenfalls den Kirchengemeinden für Bau- und Renovierungsaktivitäten zufließen.
Wie Finanzdirektor Althausen betonte, ist das Projekt „Sparen und Erneuern“ damit jedoch nicht beendet – im Gegenteil: „Diese erfreulichen Zahlen können wir nur vorlegen, weil wir an einer weitsichtigen Finanzpolitik festhalten. Davon sind auch die Kirchengemeinden betroffen: Erhöhte Zuweisungen und Zuschüsse erhalten sie nur für Immobilien und Flächen, die tatsächlich auch künftig noch gebraucht werden.“
Das neue Schlüsselzuweisungssystem, an dessen Details derzeit im Finanzdezernat des Bistums gearbeitet wird, soll weitere Anreize schaffen, die Kirchengemeinden auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Der Diözesankirchensteuerrat hat - mit Blick auf den kräftigen Anstieg der Energiepreise und höhere Personalkosten - signalisiert, dass er im Budget 2009 mit höheren Schlüsselzuweisungen an die Gemeinden in Höhe von mehr als 1,26 Millionen Euro einverstanden ist. Zwar wird das Budget 2009 des Bistums erst im Dezember verabschiedet. Die frühzeitige Information der Kirchengemeinden soll den Verwaltungsräten jedoch schon jetzt die eigene Finanzplanung für das kommende Jahr erleichtern. Nach messbaren Einsparerfolgen durch ein modernes Umweltmanagementsystem gibt die Bistumsverwaltung in Limburg diese Erfahrungen nun weiter: Kirchengemeinden, die ebenfalls ein Umweltmanagementsystem etablieren und ihre Energiekosten reduzieren möchten, werden gezielt beraten und dabei auch finanziell unterstützt.
Langfristig sinkende Kirchensteuereinnahmen und die demographische Entwicklung zwingen das Bistum bereits seit mehr als zehn Jahren zu schmerzhaften Einsparungen. Finanzdirektor Althausen spricht nun von einer „Phase des wirtschaftlichen Aufatmens“: Jetzt muss es seiner Meinung nach gelingen, freie Finanzmittel für langfristige und investive Aufgabenbereiche zu binden. In diesen Jahren einer günstigeren Finanzentwicklung sollen so die Voraussetzungen geschaffen werden, um auch in Zukunft die Aufgaben der Kirche finanzieren und pastorale Innovationen vorantreiben zu können. So werden Gremien des Bistums im Herbst nicht nur über eine bessere Finanzausstattung der Gemeinden, sondern auch über erhebliche Investitionen in Tagungshäuser für Kinder, Jugendliche und Familien beraten. Hier will die Diözese in Zukunft investieren und Schwerpunkte setzen, wie dies bereits auch in Frankfurt geschehen ist. In der Startphase des Projekts „Sparen und Erneuern“ steckte das Bistum dort fast 20 Millionen Euro in das „Haus am Dom“ – inzwischen gilt dieses bundesweit beachtete Bildungs- und Begegnungszentrum mitten in Frankfurt als Vorzeigeprojekt. Durch den Erfolg des Programms „Sparen und Erneuern“ sieht sich das Bistum Limburg in der Lage, künftig weiterhin flexibel auf Herausforderungen zu reagieren und auch zu investieren, wo dies mit Blick auf die Weitergabe des Glaubens und Perspektiven der Kirche wichtig scheint. (rge)

