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"Die Menschen lachen und singen trotz bitterer Armut" 20.10.2004

Junge Bad Homburgerin überbrachte Spenden in Tansania

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Hier hat Tanja Bug mit den Kindern gearbeitet und gespielt BAD HOMBURG. –Tanja Bug (19) weiß nicht, was sie mehr beeindruckt hat: Die besondere Gastfreundschaft der Menschen in Tansania, ihr großes Gottvertrauen oder ihre ansteckende Lebensfreude trotz bitterer Armut. Die junge Bad Homburgerin ist gerade von einem zweimonatigen Aufenthalt im fernen Afrika zurück gekommen. Sie hat im Rahmen ihres Praktikumsjahres zum Fachabitur in einem katholischen Kindergarten in der Region Kilimanjaro gearbeitet. Träger ist die Gemeinschaft Opus Spiritus Sancti. Den Kontakt konnte sie über ihre Pfarrei Heilig Kreuz herstellen.

Die Gemeinde unterstützt seit langem die Krankenstation „Ashe Engai“ in Sabuko. Dort konnte sich Tanja jetzt persönlich davon überzeugen, wie dringend das Geld gebraucht wird. Eine Ärztin und eine Krankenschwester behandeln hier unter einfachsten Bedingungen Menschen aus der ganzen Region, die zu Fuß von weither kommen. Der Platz reiche bei weitem nicht, erzählt die Praktikantin, so dass die Kranken zu zweit in einem Bett liegen oder sogar nach Hause geschickt werden müssten. Für den Ausbau weiterer Krankenzimmer würden dringend weitere Spenden gebraucht. Rund 7000 Euro fehlen derzeit noch.

Der Gast aus Bad Homburg kam nicht mit leeren Händen. Tanja Bug brachte 1000 Euro aus der Pfarrei Heilig Kreuz mit und 370 Euro von der Jugendband Heaven Seven, die das Geld durch den Verkauf einer eigenen Musik-CD verdient hat. Tanja, deren Hobbies Musik und Gardetanz sind, ist darauf ein bisschen stolz. Schließlich hat sie als Mitglied der Band selbst dazu beigetragen. „Davon können weitere Menschen behandelt werden“, freut sie sich.

Faszinierend waren für die Besucherin aus dem reichen Deutschland vor allem die völlig fremden Lebensbedingungen, mit denen die Menschen in Tansania zurecht kommen müssen. Strom und sauberes Wasser sind selten und kostbar, Kinderarbeit ist selbstverständlich, Pünktlichkeit ein Fremdwort, die Fortbewegung mit Auto oder Bus abenteuerlich. Immer wieder entstehen Staus, weil kein Benzin mehr im Tank ist. Dann schieben schnell Passanten das Auto an den Rand der Straße.

Die Religion spiele eine große Rolle und oft genügten Kleinigkeiten, die Menschen froh zu stimmen. „Sie singen und lachen immer, auch wenn sie ihrer oftmals harten Arbeit nachgehen“, hat Tanja Bug erfahren. Ihr Lebensmotto sei „Pole pole“, das heißt so viel wie „nur die Ruhe“. Daran wird sie in der Hektik des deutschen Alltags noch lange zurück denken.